Afrikanischer Ochsenfrosch (Pyxicephalus adspersus)
Amphibie Fortgeschritten

Afrikanischer Ochsenfrosch

Pyxicephalus adspersus

Ein massiger Grabfrosch aus den afrikanischen Savannen, der als eine der wenigen Amphibien schmerzhaft zubeißen kann. Braucht viel Platz, tiefen grabfähigen Bodengrund und wird bei guter Pflege jahrzehntealt.

Herkunft: Südliches und östliches Afrika (u. a. Südafrika, Namibia, Botswana, Simbabwe, Sambia, Mosambik, Malawi, Angola, Tansania, Kenia, Somalia) — Savannen und trockene Buschlandschaften mit temporären Regengewässern

Haltungsdaten im Überblick

Temperatur (Tag)
26-30 °C
Temperatur (Nacht)
20-24 °C
Luftfeuchtigkeit
65-80 % tagsüber, nachts höher (bis über 90 %)
Terrarium (Minimum)
120 x 60 x 60 cm (Einzeltier, adultes Männchen)
Terrarientyp
Feuchtes Savannen-/Grabterrarium mit tiefem, grabfähigem Bodengrund (mind. 10–15 cm) und flacher Wasserschale zum Einweichen
Sozialverhalten
Strikte Einzelhaltung — ausgeprägt kannibalisch, frisst kleinere Artgenossen
Ernährung
Karnivor: Basis sind große Insekten (Heuschrecken, Schaben), bei nahezu jeder Fütterung mit Calcium bestäubt und regelmäßig mit Vitamin D3 ergänzt; Nager (Mäuse) nur als seltene Ausnahme, nicht als regelmäßiger Bestandteil. Frisst grundsätzlich alles, was ins Maul passt — auch Artgenossen.
Lebenserwartung
20-30 Jahre, Einzeltiere über 40 Jahre

Pflege & Haltung

Das solltest du wissen

  1. Setze die Wärmequelle niemals unter das Terrarium. Heizmatte oder Heizkabel unter dem Becken heizen den tiefen Bodengrund auf und garen den eingegrabenen Frosch — und genau dort steckt er den größten Teil des Tages. Heize seitlich oder von oben und regle jede Wärmequelle über einen Thermostat, dessen Fühler auf Substrathöhe sitzt.
  2. Füttere ausschließlich mit der Pinzette oder aus einer flachen Futterschale. Der Frosch schnappt blind nach allem, was sich bewegt, und reißt dabei Bodengrund mit — verschlucktes Substrat führt zu tödlicher Darmverstopfung (Impaktion). Am tiefen, grabfähigen Bodengrund von mindestens 10–15 cm (z. B. ungedüngter Kokoshumus) darf trotzdem nicht gespart werden: Der Schutz ist die Pinzette, nicht ein flaches Substrat. Sie hält außerdem deine Finger aus der Bissreichweite.
  3. Fülle Wasserschale und Sprühflasche nur mit entchlortem Wasser, nie mit frischem Leitungswasser. Chlor und Chloramine sind für Amphibien akut giftig, weil die Haut alles aufnimmt, was im Wasser gelöst ist. Lass das Wasser 24–48 Stunden abstehen oder nutze einen Wasseraufbereiter, und wechsle das Wasser in der flachen Schale täglich.
  4. Bestäube die Futterinsekten bei nahezu jeder Fütterung mit einem Calciumpräparat und gib in regelmäßigen Abständen zusätzlich Vitamin D3; füttere die Insekten vorher gut an (Gutloading). Reine Insektenkost hat ein umgekehrtes Calcium-Phosphor-Verhältnis — ohne Supplementierung endet das in Knochenweiche (MBD), einer der häufigsten Todesursachen dieser Art.
  5. Führe die Trockenruhe (Ästivation) nur mit einem gesunden, gut genährten Tier durch und hole dir beim ersten Mal fachliche Begleitung. Senke die Temperatur langsam auf ca. 15 °C, verkürze die Beleuchtungsdauer und lass das Substrat über 2–3 Monate abtrocknen. Zu trocken, zu lang oder ein bereits geschwächtes Tier — und die Ruhephase endet tödlich.
  6. Halte das Tier strikt einzeln. Ochsenfrösche sind ausgeprägt kannibalisch und fressen kleinere Artgenossen; auch jedes andere Terrarientier gilt als Beute. Alles, was ins Maul passt, wird geschluckt.
  7. Nimm den Frosch nicht auf die Hand. Er beißt kräftig zu und hält mit drei zahnartigen Odontoiden im Unterkiefer fest — das ist ein rein mechanischer, reißender Biss ohne Gift, aber die Wunde blutet und kann sich entzünden. Setze ihn nur mit einem Behälter oder mit feuchten Handschuhen um. Reinige und desinfiziere jede Bisswunde sofort und geh bei Rötung, Schwellung oder Fieber zum Arzt (Infektionsgefahr durch Aeromonas). Wasche dir nach jedem Kontakt mit Tier, Wasser oder Einrichtung gründlich die Hände (Salmonellen).
  8. Füttere nicht nach Appetit — der Frosch frisst praktisch unbegrenzt und verfettet schnell. Die Basis sind große Insekten wie Heuschrecken und Schaben; Nager (Mäuse) sind eine seltene Ausnahme, kein regelmäßiger Bestandteil des Speiseplans. Passe Menge und Intervall an Alter und Körperzustand an.

Wusstest du?

Interessante Fakten

  • Anders als bei fast allen anderen Froschlurchen sind hier die Männchen deutlich größer als die Weibchen — sie erreichen rund 25 cm Körperlänge.

  • Im Unterkiefer trägt der Ochsenfrosch drei zahnartige Fortsätze (Odontoide), mit denen er selbst wehrhafte Beute wie kleine Schlangen und Nager festhält.

  • In menschlicher Obhut werden die Tiere sehr alt: 20–30 Jahre sind typisch, der Rekord liegt bei über 40 Jahren.