Fachbegriffe einfach erklärt

Terraristik Glossar

Über 192 Fachbegriffe aus Grundlagen, Terrarium-Setup, Ernährung, Gesundheit und Verhalten — übersichtlich von A bis Z.

A

Abszess

Gesundheit

Abgekapselte Eiteransammlung unter der Haut oder in Körpergeweben, häufig als Folge von Bissverletzungen oder Infektionen. Bei Reptilien haben Abszesse meist eine käsige Konsistenz und müssen chirurgisch behandelt werden.

Adult

Grundlagen

Vollständig ausgewachsenes, geschlechtsreifes Tier. Der Adultstatus wird je nach Art durch Alter, Größe und Häutungsanzahl definiert.

Aestivation

Verhalten

Sommerruhe bei Trocken- oder Hitzephase, ähnlich dem Winterschlaf. Bekannt bei bestimmten Lungenfischen, Schildkröten und Schnecken.

Akklimatisierung

Gesundheit

Gewöhnungsphase nach dem Transport oder Kauf, in der das Tier schrittweise an die neuen Haltungsbedingungen herangeführt wird.

Albino

Grundlagen

Farbmorphe, bei der die Bildung von Melanin (dunklem Farbpigment) genetisch blockiert ist. Albino-Tiere zeigen helle bis weiße Grundfärbung sowie oft rote oder rosa Augen.

Amplexus

Verhalten

Paarungsumklammerung bei Fröschen und Kröten, bei der das Männchen das Weibchen umklammert und die Eier beim Ablegen befruchtet.

Anerythrismus

Grundlagen

Genetisch bedingtes Fehlen der roten und orangefarbenen Pigmente. Betroffene Tiere wirken grau oder schwarz-weiß und werden häufig als „Anery" abgekürzt.

Anorexie

Gesundheit

Vollständige oder anhaltende Verweigerung der Nahrungsaufnahme, die zur Auszehrung führen kann. Anorexie ist meist ein Symptom einer Grunderkrankung, falscher Haltungsbedingungen oder saisonaler Verhaltensänderungen.

Aquaterrarium

Grundlagen

Terrarium mit einem größeren Wasseranteil, typisch für semiaquatische Reptilien wie Bartagamen-Verwandte oder aquatische Schildkröten.

Aquatisch

Verhalten

Im Wasser lebende Tierart. Vollaquatische Arten wie Wasserschildkröten verbringen den Großteil ihres Lebens im Wasser.

Arborikol

Verhalten

Baum- oder Strauchbewohner, die sich vorwiegend in erhöhten Lagen aufhalten. Arborikole Arten benötigen hohe Terrarien mit Klettermöglichkeiten.

Artgerechtheit

Grundlagen

Das Prinzip, Haltungsbedingungen so zu gestalten, dass sie den natürlichen Bedürfnissen der gehaltenen Art entsprechen – passende Temperaturen, Luftfeuchte, Strukturen, Ernährung und Sozialstruktur.

Auftaufutter

Ernährung

Aufgetautes Tierfrostfutter, das auf Körpertemperatur (ca. 37 °C) erwärmt wurde, um den natürlichen Fang für das Tier zu simulieren.

Autotomie

Verhalten

Fähigkeit bestimmter Eidechsen, den eigenen Schwanz als Fluchtreaktion bei Bedrohung aktiv abzuwerfen. Der abgeworfene Schwanz zuckt weiter und lenkt den Räuber ab; ein Regenerat wächst nach.

B

Balzverhalten

Verhalten

Artspezifisches Imponierverhalten zur Partnergewinnung: Kopfnicken, Farbveränderungen, Körperschwingen oder Duftmarkierungen. Erfolgreiches Balzverhalten ist Voraussetzung für die Paarung.

Basking

Terrarium

Das gezielte Aufsuchen einer Wärmestelle durch Reptilien zur Aufnahme von Wärme und UV-Strahlung – ein grundlegendes Thermoregulationsverhalten.

Bepflanzung

Terrarium

Einbringen von Lebend- oder Kunstpflanzen ins Terrarium zur Strukturgebung, Feuchtigkeitsregulierung und naturnahen Einrichtung. Echte Pflanzen tragen zur Luftqualität bei und erhöhen das Wohlbefinden der Tiere.

Beutegröße

Ernährung

Die dem Tier angemessene Größe des Futtertieres. Als Faustregel gilt, dass die Beute nicht breiter sein sollte als der breiteste Punkt des Kopfes des Fressertieres, um Verletzungen und Regurgitation zu vermeiden.

Biotopterrarium

Terrarium

Terrarium, das einen spezifischen natürlichen Lebensraum einer Tierart möglichst originalgetreu nachbildet. Einrichtung, Pflanzen, Substrat und Klimabedingungen orientieren sich am tatsächlichen Herkunftsgebiet der gehaltenen Art.

Bissverletzung

Gesundheit

Wunde durch den Biss eines Futtertieres (z. B. Mäuse, Grillen) oder eines Artgenossen. Bisswunden können sich infizieren und müssen desinfiziert sowie bei Schwere tierärztlich behandelt werden.

Bodengrund

Terrarium

Gesamtheit des Substrats im Terrarium, das Funktion als Feuchtigkeitsspeicher, Grabmedium und Dekoration erfüllt.

BSFL (Schwarze Soldatenfliegenlarven)

Ernährung

Larven der Schwarzen Soldatenfliege (Hermetia illucens) mit hohem Protein- und Calciumgehalt. BSFL sind eine nachhaltige Alternative zu klassischen Futterinsekten und werden von vielen Reptilien- und Amphibienarten akzeptiert.

Buffalowürmer

Ernährung

Larven des Getreideschimmelkäfers (Alphitobius diaperinus), die als nährstoffreiches Futterinsekt eingesetzt werden. Buffalowürmer haben eine weichere Körperhülle als Mehlwürmer und werden auch von kleinen Reptilien und Jungtieren gut gefressen.

C

Calciumstaub

Ernährung

Feines Calciumpulver zum Bestäuben von Futterinsekten vor der Verfütterung. Gleicht den oft ungünstigen Calcium-Phosphor-Quotienten von Futterinsekten aus und beugt MBD vor.

CB (Captive Bred)

Grundlagen

Nachzucht aus kontrollierter Terrarienhaltung. CB-Tiere sind gesünder, besser angepasst und belasten keine Wildpopulationen.

Chitin

Grundlagen

Strukturpolysaccharid, das das Exoskelett von Insekten, Spinnen und Krebstieren aufbaut. Ähnlich wie Keratin bei Wirbeltieren.

CITES

Grundlagen

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Convention on International Trade in Endangered Species) regelt den internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.

D

Dämmerungsaktiv

Verhalten

Tiere, die vorwiegend in der Dämmerung (morgens und abends) aktiv sind. Auch „krepuskulär" genannt.

Designermorph

Grundlagen

Eine durch gezielte Kombination mehrerer verschiedener Genmutationen entstandene Farbform. Designermorphen vereinen zwei oder mehr Einzelmorphen in einem Tier und tragen oft eigene Handelsnamen.

Diapause

Verhalten

Entwicklungsruhe bei Insekten, ausgelöst durch Umweltreize wie Kälte oder Trockenheit. Vergleichbar mit der Winterruhe bei Wirbeltieren.

DOC-Küken

Ernährung

Day-old chicks – eintägige Küken als proteinreiches Frostfutter für größere Schlangen, Warane und Kröten. DOC-Küken bieten ein ausgewogenes Nährstoffprofil und werden in der Regel tiefgefroren angeboten.

Dominant

Grundlagen

Erbgang, bei dem bereits eine einfache Kopie des Allels das Merkmal im Phänotyp sichtbar macht. Dominante Morphen werden auch an Wildtypnachkommen weitergegeben.

Drainageschicht

Terrarium

Unterste Schicht im Terrariumaufbau aus Blähton, Kies oder Lavastein, die überschüssiges Wasser aufnimmt und Staunässe im Substrat verhindert. Besonders wichtig in Feuchterrarien mit Beregnungsanlage.

Dusting

Ernährung

Das Bestäuben von Futtertieren mit Kalzium- oder Vitaminpulver unmittelbar vor der Verfütterung, auch „Pudern" genannt.

Dysecdysis

Gesundheit

Häutungsstörung, bei der die alte Haut nicht vollständig abgestreift wird. Ursachen sind meist zu niedrige Luftfeuchtigkeit oder Mangelernährung.

E

Ecdysis

Gesundheit

Wissenschaftliche Bezeichnung für den Häutungsprozess bei Reptilien und Gliederfüßern. Eine komplikationslose Ecdysis erfordert optimale Luftfeuchtigkeit.

Einzelhaltung

Verhalten

Haltung eines Tieres allein im Terrarium ohne Artgenossen. Für viele Reptilienarten artgerecht, da sie in der Natur Einzelgänger sind; soziale Tiere leiden hingegen unter anhaltender Isolation.

Ektoparasit

Gesundheit

Außen lebendem Parasit wie Milben oder Zecken, der sich von Blut oder Gewebeflüssigkeit des Wirts ernährt und Übertragungen verursachen kann.

Ektotherm

Grundlagen

Wechselwarmes Tier, das seine Körpertemperatur durch externe Wärmequellen reguliert. Alle Reptilien, Amphibien und Invertebraten sind ektotherm.

Enchyträen

Ernährung

Kleine weiße Würmer (Enchytraeus spp.) als Lebendfutter besonders für kleinere Reptilien und Amphibien. Enchyträen sind leicht selbst zu züchten und bieten hohen Protein- und Feuchtigkeitsgehalt.

Endoparasit

Gesundheit

Im Körperinneren lebender Parasit wie Fadenwürmer, Kokzidien oder Kryptosporidien. Endoparasiten werden über eine Kotuntersuchung diagnostiziert und sind in der Terraristik weit verbreitet, besonders bei Wildfangtieren.

Epiphyten

Terrarium

Aufsitzerpflanzen wie Bromelien, Tillandsien oder Orchideen, die ohne Erdkontakt auf Ästen, Korkröhren oder der Rückwand wachsen. In tropischen Terrarien schaffen sie Verstecke, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und wirken strukturgebend.

Exoskelett

Grundlagen

Äußeres Stützskelett aus Chitin, das Insekten, Spinnen und anderen Gliederfüßern Stabilität und Schutz bietet. Wird bei der Häutung abgeworfen.

Exuvie

Gesundheit

Die abgestreifte Haut oder das Exoskelett nach einer Häutung. Anhand der Exuvie lassen sich Geschlecht und Gesundheitszustand beurteilen.

F

F1-Generation

Grundlagen

Die erste Filialgeneration – die direkten Nachkommen einer gezielten Elternverpaarung. In der Terraristik ist die F1 relevant, um Erbgänge zu prüfen und heterozygote Trägertiere zu identifizieren.

Femurporen

Gesundheit

Drüsenöffnungen auf der Unterseite der Oberschenkel vieler Eidechsenarten, die bei Männchen deutlich stärker ausgeprägt sind als bei Weibchen. Sie dienen der Duftmarkierung und werden zur Geschlechtsbestimmung herangezogen.

Feuchtbox

Terrarium

Feuchte, abgedunkelte Box im Terrarium mit feuchtem Substrat, die als Häutungshilfe und Rückzugsort für trächtige Weibchen dient.

Fossorial

Verhalten

Grabende Lebensweise in oder unter dem Substrat. Fossorial lebende Arten benötigen ein tiefes, grabfähiges Substrat.

Futterablehnung

Ernährung

Verweigerung der Nahrungsaufnahme trotz angebotenem Futter. Ursachen können Häutungsphase, Winterruhe, Stress, falsche Futtertemperatur oder Krankheit sein.

Futterinsekten

Ernährung

Insekten wie Heimchen, Grillen, Schaben oder Heuschrecken, die als Hauptnahrungsquelle für insektenfressende Terrarientiere dienen.

Futterpause

Ernährung

Gezielte Unterbrechung der Fütterung, z. B. vor der Winterruhe zur Entleerung des Verdauungstrakts oder nach einer besonders großen Mahlzeit. Futterpausen sind bei vielen Arten saisonal natürlich.

Futterratte

Ernährung

Junge oder adulte Ratte als Futtertier für größere Schlangen und Echsen. Futterratten sind energiereicher als Mäuse und stehen in verschiedenen Gewichtsklassen (Pinky-Ratte bis adult) zur Verfügung.

Fütterungsintervall

Ernährung

Zeitlicher Abstand zwischen den Mahlzeiten, der je nach Art, Alter und Jahreszeit variiert. Jungtiere werden häufiger gefüttert als adulte Tiere.

Futterzange

Ernährung

Lange Zange aus Metall oder Kunststoff, mit der Futter sicher in das Terrarium gereicht wird. Die Futterzange schützt vor Bissen und ermöglicht eine natürlichere Futterbewegung zur Stimulation des Jagdinstinkts.

Fuzzy

Ernährung

Bezeichnung für junge Mäuse im Alter von ca. 5–7 Tagen mit feiner Fellflaum-Schicht. Fuzzies sind kleiner als Pinkies und stellen eine Futtergröße zwischen Pinky und ausgewachsener Maus dar.

G

Gefrostetes Futter

Ernährung

Tiefgefrorene Futtertiere wie Mäuse, Ratten oder Küken, die vor der Verfütterung aufgetaut werden. Sicher und hygienisch.

Genotyp

Grundlagen

Die Gesamtheit aller Erbanlagen eines Tieres, die im Zellkern gespeichert sind. Der Genotyp ist äußerlich nicht erkennbar und kann verdeckte (heterozygote) Merkmale enthalten.

Gewässer

Terrarium

Integriertes Wasserbecken oder Bachlauf im Terrarium für semi-aquatische und aquatische Arten sowie zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Besonders wichtig in Paludarien und Aquaterrarien.

Gradient

Terrarium

Temperatur- oder Feuchtigkeitsgefälle im Terrarium von warm/trocken zu kühl/feucht, das dem Tier aktive Thermoregulation ermöglicht.

Gravid

Gesundheit

Bezeichnung für ein trächtiges oder mit Eiern besetztes Weibchen. Ein gravides Tier zeigt oft veränderte Aktivität, Fressunlust und erhöhten Calciumbedarf sowie sichtbare Auftreibung des Bauches.

Grillen

Ernährung

Gryllus bimaculatus – robustere Alternative zu Heimchen, proteinreich und für größere Reptilien und Amphibien geeignet.

Gruppenhaltung

Verhalten

Haltung mehrerer Tiere einer oder verschiedener Arten in einem Terrarium. Sinnvoll nur für soziable Arten; Dominanzprobleme, ungleiche Fütterung und Stresserkrankungen müssen beobachtet werden.

Gutloading

Ernährung

Methode, bei der Futterinsekten vor der Verfütterung mit nährstoffreichen Lebensmitteln gefüttert werden, um den Nährwert für das Terrarientier zu erhöhen

H

Handling

Verhalten

Bewusstes Herausnehmen und Halten eines Terrarientiers durch den Pfleger. Regelmäßiges, artangepasstes Handling fördert die Zahmheit, sollte aber kurz gehalten und nie in der Häutungsphase oder kurz nach der Fütterung erfolgen.

Häutung

Gesundheit

Periodischer Prozess, bei dem Reptilien die äußere Hautschicht (Exuvie) abstreifen, um zu wachsen und beschädigte Haut zu erneuern.

Häutungsbox

Terrarium

Spezielle Feuchtbox mit erhöhter Luftfeuchtigkeit, die Reptilien und Amphibien beim Ablösen der alten Haut unterstützt.

Häutungsphase

Verhalten

Vorbereitungsphase der Häutung, in der das Tier trübe Augen (Blauphasen) und abgedunkeltes Schuppenbild zeigt. In dieser Phase sind Tiere stressanfälliger und sollten nicht gefüttert oder häufig gehandelt werden.

Heat Panel

Terrarium

Flächenheizung, die an der Decke oder Rückwand des Terrariums montiert wird und Wärme durch Infrarotstrahlung abgibt. Heat Panels erzeugen gleichmäßige Raumwärme ohne direktes Licht.

Heimchen

Ernährung

Acheta domesticus – meistverbreitetes Futterinsekt in der Terraristik. Einfach zu züchten, nährstoffreich und in vielen Größen erhältlich.

Heizkabel

Terrarium

Elektrisches Heizsystem, das als Kabel verlegt wird, um bestimmte Bereiche des Terrariums von unten oder der Seite zu erwärmen. Eignet sich besonders für bodenwärmende Installationen.

Heizstein

Terrarium

Künstlicher Stein mit eingebautem Heizelement, auf dem sich Reptilien zur Thermoregulation niederlegen können. Simuliert von der Sonne erwärmte Felsen aus dem natürlichen Lebensraum der Tiere.

Hemipenis

Gesundheit

Paariges männliches Geschlechtsorgan bei Schlangen und Eidechsen, das normalerweise in Taschen hinter der Kloake eingezogen ist. Bei der Paarung wird jeweils einer der beiden Hemipenes ausgestülpt.

Herpetologie

Grundlagen

Wissenschaftliche Disziplin der Zoologie, die sich mit der Erforschung von Amphibien und Reptilien befasst. Terraristik ist die praktische Anwendung herpetologischer Kenntnisse in der Haltung dieser Tiere.

Heterozygot

Grundlagen

Ein Tier trägt das Allel für ein Merkmal nur einfach (auf einem der zwei homologen Chromosomen). Bei rezessiven Morphen ist die Anlage nach außen nicht sichtbar; das Tier wird als „het." für das jeweilige Merkmal bezeichnet.

Heuschrecken

Ernährung

Wanderheuschrecken (Locusta migratoria) oder Wüstenheuschrecken als wertvolle Abwechslung im Futterplan, besonders für größere Reptilien.

Homozygot

Grundlagen

Ein Tier trägt das Allel für ein Merkmal doppelt (auf beiden homologen Chromosomen). Homozygote rezessive Tiere zeigen das Merkmal im Phänotyp sichtbar.

Hopper

Ernährung

Junge Maus im Alter von ca. 2–3 Wochen, die bereits aktiv umherhüpft. Hopper werden als Futtergröße zwischen Fuzzy und adulter Maus eingesetzt und eignen sich für mittelgroße Schlangen.

Hotspot

Terrarium

Der wärmste Punkt im Terrarium, üblicherweise direkt unter dem Wärmestrahler, an dem das Tier auf Betriebstemperatur kommen kann.

Hygrometer

Terrarium

Messgerät zur Erfassung der relativen Luftfeuchtigkeit im Terrarium. Unverzichtbar für feuchtigkeitsabhängige Arten.

Hypocalcämie

Gesundheit

Gefährlich niedriger Calciumspiegel im Blut, der zu Muskelkrämpfen, Lähmungen und Knochenerweichung führen kann. Häufig bei graviden Weibchen oder Tieren mit MBD; Behandlung durch Calciumgabe und optimierte Haltung.

Hypomelanismus

Grundlagen

Reduzierte, aber nicht vollständig fehlende Melaninbildung. Hypomelanistische Tiere sind heller als der Wildtyp, zeigen jedoch noch erkennbare dunkle Zeichnungselemente.

I

Imponierverhalten

Verhalten

Verhaltensweisen, mit denen Tiere Artgenossen beeindrucken oder einschüchtern, z. B. Aufspreizen von Flossen, Körperauffüllung oder Farbe.

Infrarotlampe

Terrarium

Wärmestrahler, der Wärme in Form von Infrarotstrahlung abgibt. Infrarotlampen mit dunklem Glas eignen sich für den Nachtbetrieb, da sie minimales sichtbares Licht erzeugen.

Inkubation

Gesundheit

Künstliche Bebrütung von Reptilieneiern in einem Inkubator unter kontrollierten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen bis zum Schlupf.

Instar

Grundlagen

Entwicklungsstadium zwischen zwei Häutungen bei Gliederfüßern. Die Anzahl der Instars variiert stark je nach Art.

Inzucht

Grundlagen

Verpaarung eng verwandter Tiere, z. B. Geschwister oder Elterntier mit Nachkomme. Inzucht kann zur Fixierung gewünschter Merkmale führen, erhöht aber das Risiko einer Inzuchtdepression mit verminderter Vitalität.

J

Jacobsonsches Organ

Verhalten

Chemosensorisches Sinnesorgan (Vomeronasalorgan) im Gaumen von Reptilien, das Duftstoffe analysiert, die mit der Zunge aufgenommen werden. Es liefert Informationen über Futter, Feinde und potenzielle Partner.

Juvenile

Grundlagen

Jungtier nach dem Schlupf oder der Geburt bis zum Beginn der subadulten Phase. Juvenilstiere benötigen oft spezielle Haltungsbedingungen.

K

Kaltblüter

Grundlagen

Umgangssprachliche Bezeichnung für ektotherme Tiere. Der Begriff ist irreführend, da Kaltblüter bei warmem Wetter sehr hohe Körpertemperaturen erreichen können.

Kalzium

Ernährung

Wichtigstes Mineral für den Knochenaufbau bei Reptilien und Amphibien. Mangel führt zu Metabolischer Knochenerkrankung (MBD).

Kehlsack

Verhalten

Dehnbare Hautfalte am Hals verschiedener Eidechsenarten (z. B. Anolis), die zur visuellen Kommunikation ausgeklappt wird. Der Kehlsack ist oft intensiv gefärbt und wird bei Balz und Imponierverhalten eingesetzt.

Keramikstrahler

Terrarium

Heizelement aus Keramik, das Wärme ohne sichtbares Licht abgibt. Ideal für nachtaktive Arten oder zur Nachtbeheizung, da der natürliche Hell-Dunkel-Rhythmus der Tiere nicht gestört wird.

Kloake

Gesundheit

Gemeinsame Körperöffnung bei Reptilien und Amphibien für die Ausscheidung von Kot und Harn sowie für Fortpflanzungsvorgänge. Die Kloake ist bei der Geschlechtsbestimmung und der Gesundheitsbeurteilung relevant.

Kodominant

Grundlagen

Erbgang, bei dem heterozygote Tiere ein klar erkennbares, verändertes Erscheinungsbild zeigen. Homozygote Tiere mit zwei Kopien des Allels entwickeln die sogenannte Superform mit noch stärker ausgeprägtem Merkmal.

Kokoshumus

Terrarium

Aus Kokosschalen gewonnener Bodengrund, der Feuchtigkeit gut speichert und für tropische Arten sowie grabende Tiere geeignet ist.

Kopulation

Verhalten

Paarungsakt zwischen männlichem und weiblichem Tier zur Befruchtung der Eier. In der Terraristik werden Tiere zur Kopulation oft gezielt zusammengeführt und anschließend wieder getrennt, um das Weibchen zu schonen.

Kork

Terrarium

Naturmaterial aus der Korkeiche, das als Rückwand, Korkröhre oder Korkrinde im Terrarium als Versteck und Dekorationselement eingesetzt wird.

Korkrinde

Terrarium

Flache oder gewölbte Korkstücke aus der Korkeiche, die als Klettermöglichkeit, Versteck oder Bodenabdeckung im Terrarium genutzt werden.

Korkröhre

Terrarium

Hohle Korkstruktur, die als natürlicher Versteckplatz für Reptilien, Amphibien und Spinnen dient und gleichzeitig dekorativ ist.

Kotuntersuchung

Gesundheit

Veterinärmedizinische Untersuchung einer Kotprobe auf Parasitenbefall (Würmer, Einzeller, Kryptosporidien). Regelmäßige Kotuntersuchungen werden besonders für Neuzugänge und nach der Winterruhe empfohlen.

Kryptosporidiose

Gesundheit

Durch Kryptosporidien-Parasiten verursachte, chronische und in der Terraristik meist unheilbare Erkrankung des Verdauungstrakts. Befallene Tiere magern trotz Fressens ab; die Erkrankung ist hochansteckend.

L

Larvalstadium

Verhalten

Frühes Entwicklungsstadium bei Amphibien (Kaulquappen) und Insekten, das sich morphologisch stark vom adulten Tier unterscheidet.

Lebendfutter

Ernährung

Lebende Futtertiere. In manchen Ländern gesetzlich eingeschränkt; zudem besteht das Risiko, dass sich Futtertiere am Terrarium-Bewohner festbeißen.

Legebox

Gesundheit

Behälter mit feuchtem, grabbarem Substrat (z. B. feuchter Erde oder Kokoshumus), der graviden Weibchen zur sicheren Eiablage angeboten wird. Die Legebox sollte groß genug sein, damit das Tier vollständig eingraben kann.

Legenot

Gesundheit

Zustand, bei dem ein gravides Weibchen seine Eier nicht ablegen kann (auch Dystokie). Ursachen sind häufig fehlende Ablageplätze, Calciummangel oder anatomische Probleme; Legenot ist ein medizinischer Notfall.

Linienzucht

Grundlagen

Zuchtmethode, bei der über mehrere Generationen Tiere nach ihrem Phänotyp ausgewählt und miteinander verpaart werden, um bestimmte Merkmale zu festigen. Dabei werden keine neuen genetischen Mutationen eingekreuzt.

Lüftung

Terrarium

System zur Belüftung des Terrariums, meist durch Gitterflächen an Seite oder Decke. Ausreichende Luftzirkulation verhindert Schimmelbildung, Fäulnis und den Aufbau schädlicher Gase im Inneren.

M

MBD (Metabolische Knochenerkrankung)

Gesundheit

Durch Kalzium- oder Vitamin-D3-Mangel verursachte Erkrankung, die zu weichen Knochen, Deformierungen und Lähmungen führt. Häufig bei UVB-lichtlosen Haltungen.

Mehlwürmer

Ernährung

Larven des Mehlkäfers (Tenebrio molitor) als fettreiches Futtertier. Sollten aufgrund des hohen Fettgehalts nur gelegentlich verfüttert werden.

Melanismus

Grundlagen

Genetisch bedingter Überschuss an Melanin, der zu einer stark dunklen bis schwarzen Färbung führt. Melanistische Tiere können im Extremfall nahezu einfarbig schwarz erscheinen.

Metamorphose

Verhalten

Umwandlung von der Larven- in die Adultform bei Amphibien und Insekten. Bei Fröschen z. B. vom Kaulquappen- zum Froschleben.

Milben

Gesundheit

Kleine Spinnentiere (z. B. Ophionyssus natricis bei Schlangen), die als Ektoparasiten erheblichen Stress und Erkrankungen verursachen können.

Misting

Terrarium

Das manuelle oder automatische Besprühen des Terrariums zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit, besonders wichtig für tropische und feuchtigkeitsliebende Arten.

Morph

Grundlagen

Genetisch bedingte Farb- oder Musterabweichung vom Wildtyp einer Art. Morphen werden durch gezielte Zucht fixiert und stellen in der Terraristik einen bedeutenden wirtschaftlichen Faktor dar.

N

Nachtabsenkung

Terrarium

Gezielte Absenkung der Temperatur im Terrarium während der Nachtphase, die dem natürlichen Temperaturverlauf im Freiland entspricht.

Nachtaktiv

Verhalten

Tiere, die ihre Hauptaktivität in der Nacht entfalten. Nachtaktive Arten benötigen im Terrarium kein UV-Licht, aber nächtliche Wärmequellen.

Nachzucht

Grundlagen

In menschlicher Obhut gezüchtete Jungtiere. Nachzuchten sind die bevorzugte Wahl in der Terraristik, da sie WC-Entnahmen aus der Natur reduzieren.

Nachzuchtnachweis

Grundlagen

Dokument, das belegt, dass ein Tier in menschlicher Obhut gezüchtet wurde. Bei CITES-geschützten Arten ist der Nachzuchtnachweis gesetzlich vorgeschrieben und muss beim Kauf und Verkauf vorgelegt werden.

Nebelmaschine

Terrarium

Gerät, das feine Wassertröpfchen vernebelt und die Luftfeuchtigkeit im Terrarium erhöht. Im Gegensatz zur Sprühanlage erzeugt die Nebelmaschine einen anhaltenden Feuchtigkeitsnebel ohne direktes Besprühen der Tiere.

O

Outcross

Grundlagen

Einkreuzung genetisch nicht verwandter Tiere, um die genetische Vielfalt zu erhöhen und Inzuchtprobleme zu vermeiden. Outcross-Nachkommen zeigen häufig gesteigerte Vitalität durch den Heterosiseffekt.

Oviparie

Verhalten

Eiablagende Fortpflanzung, bei der Eier außerhalb des Muttertieres bebrütet werden. Tritt bei der Mehrzahl aller Reptilienarten auf.

Oviposition

Verhalten

Wissenschaftlicher Begriff für den Eiablageprozess bei oviparenTierarten. Zeitpunkt und Bedingungen der Oviposition (Temperatur, Substrat, Ruhe) sind entscheidend für das Überleben der Eier.

Ovovivipar

Grundlagen

Fortpflanzungsform, bei der die Eier ohne feste Schale im Mutterleib bis zur Schlupfreife verbleiben. Die Jungen werden lebend geboren, haben jedoch keine Plazentaverbindung zur Mutter.

P

Paarhaltung

Verhalten

Gemeinsame Haltung von einem Männchen und einem Weibchen. Kann zur Belastung des Weibchens durch anhaltende Paarungsversuche führen und erfordert genaue Beobachtung sowie ausreichend Verstecke.

Paludarium

Grundlagen

Kombination aus Wasser- und Landbereich in einem Behälter, geeignet für semiaquatische Arten wie Wasserschildkröten oder Froschlurche.

Parthenogenese

Verhalten

Jungfernzeugung, bei der Weibchen ohne Befruchtung durch ein Männchen fortpflanzungsfähige Eier oder Jungtiere produzieren. Bekannt u. a. bei Stabheuschrecken.

Pflanzenkost

Ernährung

Pflanzliche Nahrungskomponenten für herbivore und omnivore Terrarientiere: Gemüse, Blattgrün, Wildkräuter und Früchte. Die Zusammensetzung muss auf die spezifischen Bedürfnisse der Art abgestimmt sein.

Phänotyp

Grundlagen

Das äußerlich sichtbare Erscheinungsbild eines Tieres, das durch Genotyp und Umwelteinflüsse geformt wird. Der Phänotyp sagt nichts darüber aus, welche verdeckten Erbanlagen ein Tier trägt.

Photoperiode

Terrarium

Die tägliche Licht- und Dunkelheitsphase im Terrarium, die dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus entsprechen sollte und biologische Zyklen steuert.

Pinky (Maus)

Ernährung

Neugeborene, noch unbehaarte Maus als Futtermittel für Schlangen und größere Eidechsen. Wird meist tiefgefroren angeboten.

Popping

Gesundheit

Methode zur Geschlechtsbestimmung, bei der durch sanften Druck hinter der Kloake versucht wird, die Hemipenes bei Männchen kurz sichtbar zu machen. Funktioniert vor allem bei juvenilen Schlangen, birgt jedoch Verletzungsrisiko.

Possible Het

Grundlagen

Tier, das möglicherweise (aber nicht sicher) Träger einer rezessiven Morphe ist. Die Wahrscheinlichkeit wird meist in Prozent angegeben (z. B. 50% het.), basierend auf der Elterntier-Verpaarung.

Prä-Ovipositionales Gewicht

Gesundheit

Körpergewicht eines graviden Weibchens vor der Eiablage. Dient zur Beurteilung des Ernährungszustands und der Entwicklung der Eier.

Probing

Gesundheit

Methode zur Geschlechtsbestimmung bei Schlangen, bei der eine abgerundete Sonde vorsichtig in die Kloake eingeführt wird. Bei Männchen dringt die Sonde tiefer ein (Hemipenis-Kanal); die Methode sollte nur Erfahrene durchführen.

Prolaps

Gesundheit

Hervortreten eines inneren Organs (Kloake, Hemipenis, Ovidukt oder Rektum) aus der Kloakenöffnung. Ein Prolaps ist ein medizinischer Notfall und muss umgehend durch einen reptilienkundigen Tierarzt behandelt werden.

Proven Het

Grundlagen

Bezeichnung für ein Tier, das durch Nachzucht als sicherer Träger (heterozygot) einer rezessiven Morphe bestätigt wurde. Ein „Proven Het" hat statistisch nachweislich rezessive Nachkommen produziert.

Q

Quarantäne

Gesundheit

Isolationsphase von mindestens 4–8 Wochen für neu erworbene Tiere, um Krankheiten und Parasiten zu erkennen, bevor das Tier in den Bestand integriert wird.

R

Regenerat

Verhalten

Nach einer Autotomie neu gewachsener Schwanz, der aus Knorpelgewebe statt Knochen besteht und optisch vom Original abweicht. Ein Regenerat ist ein Zeichen vergangener Stresserfahrung, schränkt die Gesundheit meist nicht ein.

Regenwaldterrarium

Terrarium

Terrariumtyp, der die feuchte, warme Umgebung tropischer Regenwälder nachbildet. Charakteristisch sind hohe Luftfeuchtigkeit (70–100 %), regelmäßiges Besprühen und üppige Bepflanzung mit Epiphyten und Bodenpflanzen.

Regurgitation

Gesundheit

Erbrechen oder Rückwürgung von Futter kurz nach der Aufnahme. Ursachen können zu große Beute, Stress nach der Fütterung, falsche Temperaturen oder Infektionen sein; wiederholte Regurgitation erfordert tierärztliche Abklärung.

Revierverhalten

Verhalten

Aktives Verteidigen eines Territoriums gegenüber Artgenossen durch Imponiergehabe, Drohgesten oder direkte Kämpfe. Ausgeprägte Revierhalter wie viele Agamen und Chamäleons müssen in der Regel einzeln gehalten werden.

Rezessiv

Grundlagen

Erbgang, bei dem ein Merkmal nur erscheint, wenn das entsprechende Allel auf beiden Chromosomen vorhanden ist. Verpaart man eine rezessive Morphe mit einem Wildtyp, entstehen in F1 ausschließlich heterozygote Trägertiere.

RI (Respiratorische Infektion)

Gesundheit

Atemwegserkrankung bei Reptilien, die sich durch Rasseln, Schleimabsonderung und Appetitlosigkeit äußert. Häufig durch zu niedrige Temperaturen ausgelöst.

Rotwürmer

Ernährung

Kleinere Regenwürmer (ca. 10 cm) als nährstoffreiches Lebendfutter für Reptilien und Amphibien mittlerer Größe. Rotwürmer enthalten hohe Anteile an Proteinen und Spurenelementen.

Rückwand

Terrarium

Dreidimensionale Rückseite des Terrariums aus Materialien wie Kork, Torf, Xaxim oder Kunstharz. Die Rückwand dient als Kletterfläche, Strukturelement und optischer Hintergrund und kann bepflanzt werden.

S

Schaben

Ernährung

Futterinsekten wie Dubia- oder Argentinische Waldschaben, die eine ausgewogene Nährstoffzusammensetzung und einfache Zucht bieten.

Schreckstarre

Verhalten

Reflexartige Bewegungslosigkeit als Abwehrreaktion auf einen wahrgenommenen Fressfeind. Durch die Starre tarnt sich das Tier in seiner Umgebung; die Schreckstarre kann auch durch Handling ausgelöst werden.

Schuppenfäule

Gesundheit

Bakterielle Hautentzündung (Scale Rot), die sich als Rötung, Blasenbildung und Ablösung von Schuppen äußert. Ursachen sind meist zu feuchter Bodengrund oder mangelnde Hygiene; die Behandlung erfordert Antibiotika.

Selektionszucht

Grundlagen

Gezielte Auswahl von Zuchttieren anhand gewünschter phänotypischer Merkmale über mehrere Generationen. Ziel ist die Steigerung und Fixierung besonders ausgeprägter Farb-, Muster- oder Körpereigenschaften.

Semiaquatisch

Verhalten

Tierart, die sowohl im Wasser als auch an Land lebt, wie viele Froschlurche und Sumpfschildkröten.

Sexualdimorphismus

Grundlagen

Äußerliche Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Tieren derselben Art, z. B. in Größe, Farbe oder Körpermerkmalen.

Spermienspeicherung

Verhalten

Fähigkeit weiblicher Reptilien und Amphibien, Spermien über Monate bis Jahre im Körper zu speichern und erst bei günstigen Bedingungen zur Befruchtung zu nutzen. Ermöglicht Nachzuchten ohne aktuell anwesendes Männchen.

Sphagnum

Terrarium

Torfmoos, das als Substrat oder Abdeckung in Feuchtterrarien verwendet wird. Hält Feuchtigkeit effizient und wirkt antibakteriell.

Sprühanlage

Terrarium

Automatisiertes System, das das Terrarium zu einstellbaren Zeiten mit Wasser besprüht und so Luftfeuchtigkeit und Tautropfen simuliert.

Stomatitis

Gesundheit

Maulhöhlenentzündung bei Reptilien, erkennbar an Schwellungen und Käsebelag im Mundbereich. Erfordert tierärztliche Behandlung.

Stressfarbe

Verhalten

Unnatürliche, oft verdunkelte oder gebleichte Körperfärbung als Reaktion auf Stress, Krankheit oder Unwohlsein. Stressfarben weichen vom normalen Erscheinungsbild ab und sind ein wichtiger Gesundheitsindikator.

Stresszeichen

Verhalten

Verhaltensweisen, die auf Belastung oder schlechtes Wohlbefinden hindeuten: dauerhaftes Verstecken, hektisches Laufen, dunkle Färbung, Zischen oder Nahrungsverweigerung. Wichtige Signale für notwendige Haltungsoptimierungen.

Subadult

Grundlagen

Fast ausgewachsenes Tier, das kurz vor der Geschlechtsreife steht, aber diese noch nicht erreicht hat.

Substrat

Terrarium

Der Bodengrund im Terrarium, der je nach gehaltener Art aus Kokoshumus, Sand, Lehm, Sphagnum oder Mischungen bestehen kann.

Superform

Grundlagen

Das homozygote Erscheinungsbild bei kodominanten Erbgängen, das durch Verpaarung zweier kodominanter Tiere derselben Morphe entsteht. Superformen weichen oft deutlich stärker vom Wildtyp ab als ihre heterozygoten Eltern.

Supplementierung

Ernährung

Zufuhr von Vitaminen und Mineralien durch Bestäuben (Pudern) der Futtertiere, um Mangelerscheinungen beim Terrarientier vorzubeugen.

T

Tagesaktiv

Verhalten

Tiere, die tagsüber aktiv sind und UVB-Licht für die Vitamin-D3-Synthese benötigen. Beispiele: Bartagamen, Warane, viele Schildkröten.

Taming (Zähmen)

Verhalten

Prozess der Gewöhnung eines Tieres an die menschliche Nähe und das Handling durch regelmäßigen, stressarmen Kontakt. Taming erfordert Geduld und respektiert jederzeit die Signale und Grenzen des Tieres.

Tauwurm

Ernährung

Großer Regenwurm (bis 30 cm) als nährstoffreiches Lebendfutter, der besonders von größeren Reptilien und Amphibien gefressen wird. Tauwürmer enthalten wertvolle Proteine und Spurenelemente.

Terrarium

Grundlagen

Behälter zur Haltung von Landtieren wie Reptilien, Amphibien, Insekten oder Spinnen. Unterscheidet sich vom Aquarium durch den fehlenden dauerhaften Wasserbereich.

Terrestrisch

Verhalten

Auf dem Boden lebende Tierart, die wenig oder keine Kletteraktivität zeigt. Terrestrische Arten benötigen breite, flache Terrarien.

Thermometer

Terrarium

Messgerät zur Temperaturkontrolle im Terrarium. Empfohlen werden digitale Geräte mit externem Fühler für präzise Messungen.

Thermoregulation

Verhalten

Aktives Aufsuchen verschiedener Temperaturbereiche im Terrarium durch ektotherme Tiere, um die optimale Körpertemperatur zu erreichen.

Thermostat

Terrarium

Regelgerät, das die Temperatur im Terrarium automatisch auf einen eingestellten Sollwert regelt und Überhitzung verhindert.

Trennscheibe

Terrarium

Glas- oder Kunststoffscheibe, mit der ein Terrarium in separate Bereiche unterteilt wird. Eingesetzt, um Tiere vorübergehend zu trennen, z. B. bei Fütterung oder zur Verhinderung von Aggressionen.

TSD (Temperaturabhängige Geschlechtsdetermination)

Gesundheit

Fortpflanzungsbiologisches Prinzip, bei dem das Geschlecht der Nachkommen durch die Inkubationstemperatur der Eier bestimmt wird, nicht durch Geschlechtschromosomen. TSD ist bei vielen Schildkröten, Eidechsen und Krokodilen beschrieben.

U

UV-Index

Terrarium

Maßzahl für die Intensität der UV-Strahlung, die für die Terrariumeinrichtung relevant ist. Verschiedene Reptilienarten benötigen unterschiedliche UV-Indices je nach Herkunftsregion und Lebensweise.

UVA-Strahler

Terrarium

Lichtquelle, die UVA-Strahlung emittiert, welche für Reptilien im sichtbaren Spektrum liegt. UVA fördert natürliches Verhalten, Aktivität, Fressbereitschaft und artgenaue Farbwahrnehmung.

UVB-Strahler

Terrarium

Beleuchtungselement, das ultraviolette Strahlung (UVB) emittiert, die für die Vitamin-D3-Synthese bei tagaktiven Reptilien unverzichtbar ist.

V

Vergesellschaftung

Grundlagen

Gemeinsame Haltung verschiedener Tierarten oder mehrerer Individuen einer Art im selben Terrarium. Vergesellschaftung ist artabhängig zu beurteilen und kann zu Stress, Verletzungen oder Nahrungskonkurrenz führen.

Versteck

Terrarium

Rückzugsmöglichkeit im Terrarium, die dem Tier Sicherheit und Schutz bietet. Jedes Terrarium benötigt mindestens ein, besser zwei Verstecke.

Vitamin D3

Ernährung

Fettlösliches Vitamin, das die Kalziumaufnahme im Darm steuert. Wird durch UVB-Bestrahlung in der Haut synthetisiert oder über Supplemente zugeführt.

Vivarium

Grundlagen

Oberbegriff für alle Behältnisse zur Tierhaltung, darunter Terrarium, Aquarium und Paludarium. Im engeren Sinn oft ein bepflanztes, naturnahes Terrarium.

Viviparie

Verhalten

Lebendgeburt, bei der Jungtiere vollständig entwickelt zur Welt kommen. Bekannt bei Boas, Skinks und einigen Eidechsenarten.

Vollspektrum

Terrarium

Beleuchtung, die das natürliche Sonnenlichtspektrum möglichst vollständig abbildet, einschließlich UVA- und UVB-Anteilen. Vollspektrum-Lampen unterstützen den natürlichen Biorhythmus der Terrarientiere.

W

WA (Washingtoner Artenschutzübereinkommen)

Grundlagen

Deutschsprachige Bezeichnung für CITES. Viele Terrarientiere unterliegen dem WA-Schutz und erfordern entsprechende Nachweise und Dokumente.

Wachsmotten

Ernährung

Die Larven der Wachsmotte (Galleria mellonella) sind ein beliebtes, fettreiches Lebendfutter. Sie eignen sich besonders zur Stimulation fressfauler Tiere, sollten aber wegen des hohen Fettgehalts nur in Maßen gegeben werden.

Wärmematte

Terrarium

Flächenheizung, die außen unter oder seitlich am Terrarium angebracht wird und Wärme durch die Glasscheibe überträgt. Sollte nur einen Teil des Bodens bedecken, damit das Tier Temperaturen wählen kann.

Wasserschüssel

Ernährung

Flaches Wassergefäß im Terrarium zur Wasserversorgung und für Badeeinlagen. Für Schlangen auch wichtig während der Häutungsphase.

WC (Wild Caught)

Grundlagen

Aus der Wildnis entnommenes Tier. WC-Tiere sind oft stressanfälliger, parasitenbehaftet und unterliegen strengen artenschutzrechtlichen Regelungen.

Wildtyp

Grundlagen

Das natürliche, in der Wildnis vorherrschende Erscheinungsbild einer Art ohne bekannte Farbmutationen. Wildtyp-Tiere dienen als Referenz für alle Farbmorphen.

Winterruhe

Terrarium

Ruhephase mit reduzierten Temperaturen und Aktivität, die viele Reptilien saisonal benötigen und die die Fortpflanzungsbereitschaft fördert.

Wüstenterrarium

Terrarium

Terrariumtyp, der aride Lebensräume wie Wüsten oder Halbwüsten simuliert. Kennzeichnend sind hohe Temperaturen, starke UVB-Bestrahlung, niedrige Luftfeuchtigkeit und sandiger oder felsiger Bodengrund.

X

Xanthismus

Grundlagen

Farbabweichung mit übermäßiger Einlagerung gelblicher oder rötlicher Pigmente, sodass das Tier gelb bis orange gefärbt erscheint. Oft ist gleichzeitig die Melaninbildung reduziert.

Z

Zecken

Gesundheit

Blutsaugende Ektoparasiten, die besonders bei WC-Tieren auftreten. Müssen fachgerecht entfernt und das Tier behandelt werden.

Zophobas

Ernährung

Larven des Riesenmjählkäfers (Zophobas morio), auch Superwürmer genannt. Proteinreich und geeignet für größere Insektenfresser.

Zungenflickern

Verhalten

Schnelles Herausstrecken der gespaltenen Zunge, mit der Reptilien Geruchspartikel aus der Luft aufnehmen. Die gesammelten Informationen werden im Jacobsonschen Organ analysiert und ermöglichen das Aufspüren von Beute und Artgenossen.