Australischer Dickschwanzgecko
Underwoodisaurus milii
Der Australische Dickschwanzgecko ist ein nachtaktiver Bodengecko aus dem trockenen Süden Australiens — dunkel mit gelben Tupfen und einem dicken, rübenförmigen Schwanz, der als Fettspeicher dient. Er gilt als vergleichsweise pflegeleicht, verträgt aber im Gegensatz zu vielen Wüstenreptilien KEINE große Hitze.
Herkunft: Australien: von Zentral-Queensland über New South Wales und Nord-Victoria bis South Australia sowie weite Teile des semiariden Westaustralien (an der Küste nordwärts bis Shark Bay). Vereinzelte Nachweise aus Onslow (WA) und dem südlichen Northern Territory. Lebensraum: trockene, felsige Regionen, Buschland und offene Wälder.
Rechtsstatus: CITES III / EG-VO Anhang C (Australien, «Underwoodisaurus spp.») — keine A/B-Listung, nicht meldepflichtig.
Haltungsdaten im Überblick
- Temperatur (Tag)
- 24–28 °C
- Sonnenplatz
- max. 30 °C (lokale Bodenwärme, thermostatgeregelt — nicht überschreiten)
- Temperatur (Nacht)
- 18–20 °C
- Luftfeuchtigkeit
- 40–60 %
- Terrarium (Minimum)
- 70 x 50 x 50 cm (Einzeltier/Paar); 150 x 60 x 60 cm (Gruppe 1,3)
- Terrarientyp
- Trockenterrarium, bodenorientiert — Sand-Lehm-Gemisch, Rindenstücke, standsichere Steinaufbauten, mehrere Verstecke (auch im kühlen Bereich), Feuchtbox und dauerhaft ein flacher Wassernapf
- Aktivität
- nachtaktiv (dämmerungs- und nachtaktiv)
- Sozialverhalten
- Nachtaktiver Bodenbewohner. Haltung einzeln, paarweise oder als Gruppe mit einem Männchen und mehreren Weibchen (1,2 / 1,3). Männchen sind untereinander unverträglich und dürfen nicht zusammen gehalten werden.
- Ernährung
- Insektenfresser: Heimchen, Grillen, Schaben, Heuschrecken, Seidenraupen; Mehlwürmer/Wachsmaden nur als fettreicher Leckerbissen. Adulte 2–3× pro Woche, Futtertiere mit Kalzium- und Vitaminpräparat (D3) bestäuben.
- Lebenserwartung
- 10–15 Jahre
Pflege & Haltung
Das solltest du wissen
- ÜBERHITZUNG IST DIE GRÖSSTE GEFAHR — regle jede Wärmequelle (Heizmatte, Heizkabel, Spot) über einen Thermostat oder Dimmer und miss die Temperatur mit einem Thermometer direkt an der Oberfläche. Eine ungeregelte Heizmatte erreicht 40–45 °C und verbrennt dem Tier den Bauch. Halte tagsüber 24–28 °C, einen Bodenwärmepunkt von höchstens 30 °C und nachts 18–20 °C. Bring die Wärmequelle so an, dass das Tier sie nicht direkt berühren kann, und biete immer einen kühlen, schattigen Rückzugsbereich an. Halte diese Art NIEMALS wie einen Leopardgecko mit starkem Hotspot.
- Stell das Terrarium nie in die direkte Sonne, neben eine Heizung oder in ein Dachzimmer. Kontrolliere die Temperatur im Sommer täglich — an heißen Tagen kann schon die Raumtemperatur allein die tödliche Grenze überschreiten. Kühle dann aktiv: Raum abdunkeln, Belüftung erhöhen, das Terrarium notfalls in den kühlsten Raum der Wohnung umstellen.
- Schick nur gesunde, gut genährte Tiere in die Winterruhe. Kranke, untergewichtige, frisch importierte oder sehr junge Tiere NIEMALS abkühlen. Stell die Fütterung rund 2 Wochen vor dem Absenken ein, damit der Darm vollständig entleert ist — unverdautes Futter fault bei niedrigen Temperaturen im Darm und tötet das Tier. Wieg das Tier während der Ruhe regelmäßig; bei starkem Gewichtsverlust oder Krankheitszeichen sofort langsam aufwärmen und zum reptilienkundigen Tierarzt. Zu Dauer und Temperatur der Winterruhe machen die Quellen widersprüchliche Angaben (etwa 2 Monate bei rund 18 °C gegenüber 4–6 Wochen bei 22–24 °C). Kläre die Werte vor der ersten Winterruhe mit Fachliteratur oder erfahrenen Züchtern ab, statt auf gut Glück abzusenken.
- LEGENOT IST EIN TÖDLICHER NOTFALL: Gib verpaarten Weibchen erhöhte Kalziumgaben und biete eine feuchte, grabfähige Eiablagestelle an. Wenn ein sichtbar trächtiges Weibchen nicht ablegt, presst oder apathisch wird, fahr sofort zum reptilienkundigen Tierarzt — warte das nicht ab.
- Stell dauerhaft einen flachen Napf mit frischem Wasser bereit und wechsle ihn täglich. Auch ein Bewohner trockener Lebensräume verdurstet ohne ständigen Zugang zu Trinkwasser innerhalb weniger Tage.
- Richte eine Feuchtbox (feuchtes Moos oder Substrat) im kühlen Bereich ein — ohne sie drohen Häutungsprobleme mit abgeschnürten Zehen. Bestäube die Futterinsekten konsequent mit Kalzium und Vitamin D3; ohne Supplementierung droht die metabolische Knochenerkrankung (MBD).
- Setze niemals zwei Männchen zusammen — sie kämpfen und verletzen sich schwer. Halte ein Männchen außerhalb der Paarungszeit auch von den Weibchen getrennt: dauernde Paarungsversuche setzen Weibchen massiv unter Stress.
- Fass das Tier so selten wie möglich an und greif es NIE am Schwanz — der dicke Schwanz ist sein Fettspeicher, wird bei Stress abgeworfen (Autotomie) und wächst nur andersförmig nach. Wasch dir nach jedem Kontakt mit Tier, Terrarium, Einrichtung oder Futtertieren gründlich die Hände (Salmonellen) und reinige Terrarienteile nie in der Küchenspüle — besondere Vorsicht bei Kleinkindern, Schwangeren und immungeschwächten Personen.
Wusstest du?
Interessante Fakten
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Sein englischer Name "Barking Gecko" kommt vom Verhalten: Bei Bedrohung richtet er sich auf gestreckten Beinen auf, macht einen Buckel und stößt bellende Laute aus — dabei ist er völlig ungiftig und für den Menschen harmlos.
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Der dicke, rübenförmige Schwanz ist ein Fettspeicher — an ihm lässt sich der Ernährungszustand des Tieres ablesen.
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Wie alle Geckos ohne bewegliche Augenlider putzt er sich die Augen mit der Zunge — meist direkt nach dem Fressen.
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