Chaco-Goldknie-Vogelspinne
Grammostola pulchripes
Die Chaco-Goldknie-Vogelspinne ist eine große, ruhige Bodenbewohnerin aus den Steppen Paraguays und Argentiniens und gilt als eine der besten Einsteigerarten. Ihre goldgelb gestreiften Knie sind namensgebend — trotz des friedlichen Rufs besitzt sie Gift und Brennhaare.
Herkunft: Südamerika — Grassteppen und Savannen des Gran Chaco im Grenzgebiet von Paraguay und Argentinien (semi-arid bis subtropisch)
Rechtsstatus: Kein WISIA-Eintrag (auch nicht unter Synonym) → in Deutschland nicht geschützt.
Haltungsdaten im Überblick
- Temperatur (Tag)
- 22–28 °C, ideal ca. 24–26 °C — normale Zimmertemperatur genügt in der Regel
- Temperatur (Nacht)
- 18–22 °C, nicht dauerhaft unter 15 °C
- Luftfeuchtigkeit
- 60–70 % — über Wasserschale und eine feuchte Substratecke, nicht durch tägliches Sprühen
- Terrarium (Minimum)
- 40 x 30 x 30 cm (L x B x H) für adulte Tiere; Grundfläche wichtiger als Höhe, Höhe bewusst niedrig halten
- Terrarientyp
- Trockenes bis mäßig feuchtes Bodenterrarium (Steppe/Savanne) mit 10–15 cm grabfähigem Substrat, Korkröhre oder Rindenstück als Versteck, flache Wasserschale, Querbelüftung, ausbruchsicherer Deckel. Keine Wärmelampe, kein Heizstein, keine Heizmatte unter dem Terrarium.
- Aktivität
- Nachtaktiv; tagsüber meist in der selbstgegrabenen Wohnhöhle, adulte Tiere sitzen jedoch oft auch sichtbar im Terrarium
- Sozialverhalten
- Strikt einzelgängerisch, kannibalisch — ausschließlich Einzelhaltung
- Ernährung
- Insektenfresser: Heimchen, Grillen, Schaben, Heuschrecken — ausschließlich aus dem Zoofachhandel. Jungtiere 1–2x pro Woche, adulte Tiere etwa alle 1–3 Wochen. Futtertier nie größer als der Vorderkörper der Spinne; Reste immer entfernen, während und kurz nach der Häutung nicht füttern.
- Lebenserwartung
- Weibchen ca. 15–20+ Jahre, Männchen ca. 3–5 Jahre
Pflege & Haltung
Das solltest du wissen
- Setze niemals eine Heizmatte unter das Terrarium, keine Wärmelampe und keinen Heizstein ein. Wird es der Spinne zu warm, gräbt sie sich nach unten — also direkt in die Wärmequelle hinein — statt ihr auszuweichen, und vertrocknet. Zimmertemperatur reicht aus. Muss im Winter zugeheizt werden: Heizmatte ausschließlich außen an einer Seitenscheibe, zwingend über einen Thermostat geregelt, nie unter dem Bodengrund. Einen Wärmespot braucht diese Art nicht.
- Halte das Terrarium flach: Vom Substrat bis zur Decke darf höchstens etwa eine Beinspannweite Abstand sein. Diese schwere Bodenbewohnerin platzt bei einem Sturz aus geringer Höhe am Hinterleib auf und stirbt daran — der häufigste tödliche Haltungsfehler. Fülle ein zu hohes Becken mit 10–15 cm grabfähigem Bodengrund auf und baue keine Kletteräste ein.
- Verwende im Terrarienraum keine Insektizide und Chemikalien: Fliegen- und Mückenspray, Steckdosen-Verdampfer, Ungezieferfogger, stark parfümierte Reiniger und Duftsprays — und auch Spot-on-Präparate gegen Flöhe und Zecken bei Hund oder Katze. Sie töten die Spinne noch aus mehreren Metern Entfernung. Bringe das Tier vor jeder Anwendung im Haushalt in einen anderen Raum und lüfte danach gründlich.
- Behandle sie als Beobachtungstier, nicht als Streicheltier: Sie ist giftig (der Biss ist schmerzhaft, für gesunde Erwachsene aber medizinisch harmlos) und streift bei Störung Brennhaare ab, die Haut, Augen und Atemwege reizen. Nimm sie nicht auf die Hand, hantiere nie über deinem Gesicht und trage bei Reinigungsarbeiten eine Schutzbrille — Allergiker und Asthmatiker zusätzlich eine FFP2-Maske, denn die Härchen reichern sich auch in Bodengrund, Häutungsresten und Raumstaub an. Brennhaare im Auge: nicht reiben, sofort ausspülen und augenärztlich abklären lassen, sonst drohen bleibende Hornhautschäden. Kein Tier für kleine Kinder.
- Lass die Spinne in Ruhe, wenn sie auf dem Rücken liegt — sie ist nicht tot, sondern häutet sich. Entferne vorher alle lebenden Futtertiere: Grillen fressen die frisch gehäutete, weiche Spinne an und töten sie. Füttere nach der Häutung 1–2 Wochen lang nicht (bei adulten Tieren eher länger), bis die Beißklauen ausgehärtet sind. Wochen- bis monatelange Nahrungsverweigerung ist bei adulten Tieren normal, besonders vor der Häutung: niemals zwangsfüttern und das Tier nicht wiederholt zur 'Kontrolle' stören — Stress vor der Häutung kann tödlich enden. Wasser muss durchgehend bereitstehen.
- Halte immer nur ein Tier pro Terrarium. Vogelspinnen sind Einzelgänger und kannibalisch — zwei Tiere zusammen enden regelmäßig damit, dass eines gefressen wird, auch bei gleicher Größe. Keine Vergesellschaftung, auch nicht mit anderen Arten.
- Verfüttere ausschließlich Insekten aus dem Zoofachhandel — nie selbst gefangene Wildinsekten von Wiese, Garten oder Fensterbank: Sie tragen Pestizid- und Biozidrückstände sowie Parasiten ein. Das Futtertier darf nie größer sein als der Vorderkörper der Spinne; große Grillen und Heuschrecken verletzen mit ihren Beißwerkzeugen ein geschwächtes oder frisch gehäutetes Tier. Nicht gefressene Futtertiere immer wieder herausfangen.
- Verschließe das Terrarium ausbruchsicher und sorge für Querbelüftung (gegenüberliegende Lüftungsgitter): Eine entkommene Vogelspinne vertrocknet in der Wohnung, und ohne Luftzug führen feuchtes Substrat und Staunässe zu Schimmel und Milben. Halte den Bodengrund überwiegend trocken mit einer feuchten Ecke. Die Wasserschale bleibt flach, sauber und immer gefüllt — ohne Schwamm oder Watte, die verkeimen; bei Jungtieren ein paar Kieselsteine hineinlegen, damit sie nicht ertrinken.
Wusstest du?
Interessante Fakten
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Namensgebend sind die leuchtend goldgelben Streifen an den Patellen (den Knien) — früher wurde die Art als Grammostola aureostriata geführt, was sich auf ebendiese Goldstreifen bezieht.
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Mit bis zu rund 20 cm Beinspannweite gehört sie zu den größten Grammostola-Arten, wächst dafür aber betont langsam: Weibchen brauchen Jahre bis zur Geschlechtsreife und können 15 bis über 20 Jahre alt werden, während Männchen nach der Reifehäutung nur noch kurz leben.
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Die Brennhaare dienen nicht nur der Verteidigung — die Spinne verwebt sie auch in die Auskleidung ihrer selbstgegrabenen Wohnhöhle und ihres Kokons.
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