Children-Python
Antaresia childreni
Der Children-Python ist mit 80–110 cm einer der kleinsten Pythons der Welt und gilt wegen seines ruhigen Wesens als klassische Einsteiger-Riesenschlange. Er stammt aus dem tropischen Norden Australiens, ist nachtaktiv und unterliegt als geschützte Art der Meldepflicht.
Herkunft: Nordaustralien: Kimberley-Region (Western Australia), nördliches Northern Territory, nördliches und nordwestliches Queensland sowie Inseln der Torres-Strait. Bewohnt Felsformationen, Höhleneingänge, offene Wälder, Savannen, Grasland und Regenwaldränder — häufig auch in der Nähe menschlicher Siedlungen.
Rechtsstatus: CITES Anhang II · EG-VO Anhang B — § 7 Abs. 2 BArtSchV · § 46 BNatSchG · EG-VO 338/97
Haltungsdaten im Überblick
- Temperatur (Tag)
- Warme Seite 28–31 °C, kühle Seite 24–26 °C (Gradient zwingend)
- Sonnenplatz
- 32–34 °C (lokaler Sonnenplatz, thermostatgeregelt)
- Temperatur (Nacht)
- 20–24 °C (nächtliche Absenkung)
- Luftfeuchtigkeit
- ca. 50–60 %; die Art toleriert laut Quellen eine breite Spanne. Dauerhaft feuchte Versteckbox anbieten, zur Häutung leicht sprühen
- Terrarium (Minimum)
- ca. 100 x 50 x 75 cm (adultes Einzeltier); Mindestangaben der Quellen beginnen bei 90 x 45 x 45 cm
- Terrarientyp
- Trockenterrarium (Savanne/Trockenwald) mit deutlichem Wärmegradienten, mehreren Verstecken auf warmer und kühler Seite, Kletterästen/Korkröhren und großer Wasserschale
- Aktivität
- Nachtaktiv bis dämmerungsaktiv; tagsüber überwiegend im Versteck
- Sozialverhalten
- Einzelhaltung. Paare oder Gruppen nur gezielt und zeitlich begrenzt zur Verpaarung zusammensetzen
- Ernährung
- Reiner Fleischfresser (Ganzbeute): Frostfutter-Mäuse, größere Tiere auch kleine Ratten. Jungtiere alle 5–7 Tage, adulte Tiere alle 7–14 Tage; Futtertier etwa im Umfang der dicksten Körperstelle bzw. ca. 10 % des Körpergewichts
- Lebenserwartung
- 20–30 Jahre
Pflege & Haltung
Das solltest du wissen
- Regle JEDE Wärmequelle über einen Thermostat oder Dimmer — Heizmatte, Spot und Wärmestrahler nie ungeregelt betreiben, und verzichte ganz auf Heizsteine. Entscheidend ist die Position des Fühlers: Bring ihn direkt an der Heizfläche bzw. der Kontaktfläche an, nicht frei in der Luft — ein falsch platzierter Fühler regelt formal korrekt und verbrennt das Tier trotzdem an der Bauchseite. Kontrolliere zusätzlich die OBERFLÄCHENtemperatur mit einem Infrarot-Thermometer, nicht nur die Lufttemperatur. Halte immer einen echten Gradienten aufrecht (warme Seite 28–31 °C, kühle Seite 24–26 °C), damit die Schlange jederzeit ausweichen kann.
- Füttere nur, wenn Heizung und Wärmegradient sicher funktionieren: Ohne erreichbaren Sonnenplatz verdaut die Schlange die Beute nicht — sie fault im Magen und das Tier stirbt. Setz die Fütterung aus, solange die Heizung ausgefallen ist. Taue Frostfutter außerdem VOLLSTÄNDIG durch und wärme es auf Beutetemperatur an; innen noch kalte oder gefrorene Beute führt zu Regurgitation und Verdauungsstillstand. Taue nie in der Mikrowelle auf (sie kocht die Innereien) und friere aufgetautes Futter nie wieder ein.
- Verfüttere keine lebenden Nager. Eine wehrhafte Maus oder Ratte fügt der Schlange schwere, auch tödliche Bissverletzungen zu — lass ein Futtertier niemals unbeaufsichtigt im Terrarium. Frostfutter ist und bleibt der Standard; die Verfütterung lebender Wirbeltiere ist nach § 1 TierSchG nur ausnahmsweise mit vernünftigem Grund zulässig, etwa wenn ein Tier Frostfutter nachweislich nicht annimmt.
- Verwende niemals Zedern- oder Kiefernspäne als Einstreu. Nadelholz gibt Phenole und aromatische Kohlenwasserstoffe ab, die die Atemwege reizen und schädigen und die Leber angreifen. Greif stattdessen zu Aspen-Spänen, Zypressenmulch oder Terrarienerde.
- Biete dauerhaft eine feuchte Versteckbox (z. B. mit feuchtem Sphagnum-Moos) und eine große Wasserschale zum Baden an — aber halte das übrige Terrarium trocken und gut belüftet. NUR die Box bleibt feucht; das Becken muss zwischen den Sprühgängen abtrocknen. Dauerfeuchte plus schlechter Luftaustausch führt zu Atemwegsinfekt und Schuppenfäule; zu trockene Haltung dagegen zu Häutungsresten an Schwanzspitze und Augenbrillen mit Nekrosen und Augenschäden. Bemerkst du Maulatmung, Pfeif- oder Knackgeräusche, Schleim an Nase oder Maul oder ein apathisches Aufrichten des Vorderkörpers, fahr sofort zum reptilienerfahrenen Tierarzt — ein unbehandelter Atemwegsinfekt endet tödlich.
- Sichere das Terrarium gegen Ausbruch und verriegle es immer. Children-Pythons klettern gut und sind für ihre Größe ausgesprochen kräftig — sie drücken schlecht gesicherte Deckel und Schiebescheiben auf. Halte die Tiere einzeln; setz sie nur gezielt und zeitlich begrenzt zur Verpaarung zusammen.
- Füttere ausschließlich mit der Pinzette, nie mit der Hand — so vermeidest du den Futterbiss. Fass die Schlange nicht innerhalb von 48 Stunden nach der Fütterung und nicht während der Häutung an. Kommt es doch zu einem Biss: Reiß die Schlange NICHT weg, sonst reißen die nach hinten gerichteten Zähne die Wunde auf — lass sie loslassen bzw. löse sie vorsichtig, dann Wunde gründlich reinigen und desinfizieren (hohes Infektionsrisiko durch die Maulflora). Wasch dir nach jedem Kontakt mit Tier, Einrichtung oder Wasser die Hände: Wie bei allen Reptilien besteht ein Salmonellen-Risiko.
- Melde den Bestand bei der zuständigen Naturschutzbehörde: Die Art steht in CITES Anhang II / EG-VO Anhang B. Kauf niemals ein Tier ohne lückenlosen Herkunftsnachweis (z. B. Zuchtbescheinigung des Züchters) — ohne Papiere ist die legale Haltung nicht darstellbar. Rechne fest mit 20–30 Jahren Lebenserwartung und plan die Betreuung entsprechend langfristig, auch für Urlaub, Umzug und Krankheit.
Wusstest du?
Interessante Fakten
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Der Name hat nichts mit Kindern zu tun: John Edward Gray benannte die Art 1842 zu Ehren von John George Children, dem damaligen Kurator der zoologischen Sammlung des British Museum. "Children-Python" ist also ein Personenname — die Übersetzung "Kinderpython" ist falsch.
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In freier Wildbahn ist er ein spezialisierter Fledermausjäger: Er hängt sich an Höhlendecken und Stalaktiten und schnappt vorbeifliegende Fledermäuse direkt aus der Luft.
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Das Weibchen umschlingt sein Gelege und bebrütet es. Anders als bei manchen anderen Pythons erzeugt das Umschlingen bei dieser Art vermutlich kaum zusätzliche Wärme — es reduziert vor allem den Wasserverlust der Eier.
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