Fettschwanzgecko (Hemitheconyx caudicinctus)
Reptil Anfänger Anfängergeeignet

Fettschwanzgecko

Hemitheconyx caudicinctus

Der Fettschwanzgecko ist ein bodenbewohnender, nachtaktiver Lidgecko aus dem westafrikanischen Sahel. Er gilt als ruhige, robuste Einsteigerart, braucht aber – anders als der oft verglichene Leopardgecko – spürbar mehr Luftfeuchtigkeit und ein dauerhaft feuchtes Versteck.

Herkunft: Westafrikanischer Sahel/Savanne — Senegal ostwärts bis Nigeria/Kamerun; arid bis halbfeucht

Haltungsdaten im Überblick

Temperatur (Tag)
24–30°C
Sonnenplatz
27–32°C
Temperatur (Nacht)
19–21°C
Luftfeuchtigkeit
50–70%
Terrarium (Minimum)
80×50×40 cm
Terrarientyp
Grasland (Sahel/Savanne, trocken-warm mit Feuchtversteck)
Aktivität
nachtaktiv
Sozialverhalten
Einzelhaltung oder 1,1 bis 1,x (ein Männchen mit einem oder mehreren Weibchen). Stark territorial – zwei Männchen dürfen niemals zusammen gehalten werden.
Ernährung
Insektenfresser: Heimchen, Grillen, Schaben (z. B. Dubia), gelegentlich Mehlwürmer und Wachsmotten; Futtertiere regelmäßig mit Calcium- und Vitamin-D3-Pulver bestäuben.
Lebenserwartung
15–20 Jahre

Pflege & Haltung

Das solltest du wissen

  1. Der Fettschwanzgecko hält KEINE echte Winterruhe: Schalte die Heizung nachts lediglich ab und lasse die Temperatur mild auf 19–21 °C absinken – eine Kaltbrumation nahe dem Gefrierpunkt, wie sie für europäische Arten üblich ist, ist für diesen warmen Sahel-Bewohner lebensgefährlich (für die Zucht genügt eine optionale Abkühlung auf ca. 21 °C).
  2. Biete dauerhaft mindestens ein feuchtes Versteck an (z. B. eine Box mit feuchtem Sphagnum-Moos) – die Tiere schlafen zur Häutung gerne darin und nehmen Feuchtigkeit über die Haut auf; ohne Feuchtversteck kommt es regelmäßig zu Häutungsproblemen an Zehen und Augenlidern.
  3. Richte ein Temperaturgefälle mit einem lokalen Wärmeplatz von 27–32 °C ein (Bodenwärme bzw. Heizmatte genügt) und miss direkt auf der Oberfläche mit einem Digitalthermometer; als nachtaktive Art benötigt sie keinen grellen Spot, ein schwaches UVB ist optional, aber förderlich.
  4. Füttere adulte Tiere 2–3× pro Woche mit Insekten (Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Schaben) und bestäube das Futter regelmäßig mit Calcium- und Vitamin-D3-Pulver; ein flaches Wasserbecken muss dauerhaft zur Verfügung stehen.
  5. Halte niemals zwei Männchen zusammen – die Art ist stark territorial; Männchen kämpfen um Revier und Weibchen, was zu Verletzungen und Todesfällen führen kann. Zulässig sind Einzelhaltung oder eine Gruppe aus einem Männchen mit mehreren Weibchen.

Wusstest du?

Interessante Fakten

  • Der dicke Schwanz ist ein Fettspeicher, von dem das Tier bei Nahrungsmangel zehrt – ein praller Schwanz ist deshalb ein gutes Gesundheitszeichen.

  • Das Geschlecht entscheidet die Bruttemperatur: Bei 24–28 °C schlüpfen überwiegend Weibchen, bei 31–32 °C überwiegend Männchen.

  • Anders als die meisten Geckos besitzt er bewegliche Augenlider und kann blinzeln – er gehört zu den Lidgeckos (Eublepharidae).