Fettschwanzgecko
Hemitheconyx caudicinctus
Der Fettschwanzgecko ist ein bodenbewohnender, nachtaktiver Lidgecko aus dem westafrikanischen Sahel. Er gilt als ruhige, robuste Einsteigerart, braucht aber – anders als der oft verglichene Leopardgecko – spürbar mehr Luftfeuchtigkeit und ein dauerhaft feuchtes Versteck.
Herkunft: Westafrikanischer Sahel/Savanne — Senegal ostwärts bis Nigeria/Kamerun; arid bis halbfeucht
Rechtsstatus: Nicht in den CITES-Anhängen gelistet und nicht in Anhang A oder B der EG-VO 338/97 – damit nicht besonders geschützt und in Deutschland nicht meldepflichtig nach BArtSchV (Meldepflicht greift nur bei Anhang A/B EG-VO 338/97, Anhang IV FFH-Richtlinie oder Anlage 1 BArtSchV). IUCN: Least Concern. Achtung: Zahlreiche Hobby-Quellen behaupten fälschlich eine CITES-Anhang-I-Listung der Familie – das ist falsch (falsche Familie genannt; die Art gehört zu den Eublepharidae, aus der nur die asiatische Gattung Goniurosaurus in Anhang II steht). Im Zweifel WISIA-Datenbank oder die zuständige Naturschutzbehörde prüfen.
Haltungsdaten im Überblick
- Temperatur (Tag)
- 24–30°C
- Sonnenplatz
- 27–32°C
- Temperatur (Nacht)
- 19–21°C
- Luftfeuchtigkeit
- 50–70%
- Terrarium (Minimum)
- 80×50×40 cm
- Terrarientyp
- Grasland (Sahel/Savanne, trocken-warm mit Feuchtversteck)
- Aktivität
- nachtaktiv
- Sozialverhalten
- Einzelhaltung oder 1,1 bis 1,x (ein Männchen mit einem oder mehreren Weibchen). Stark territorial – zwei Männchen dürfen niemals zusammen gehalten werden.
- Ernährung
- Insektenfresser: Heimchen, Grillen, Schaben (z. B. Dubia), gelegentlich Mehlwürmer und Wachsmotten; Futtertiere regelmäßig mit Calcium- und Vitamin-D3-Pulver bestäuben.
- Lebenserwartung
- 15–20 Jahre
Pflege & Haltung
Das solltest du wissen
- Der Fettschwanzgecko hält KEINE echte Winterruhe: Schalte die Heizung nachts lediglich ab und lasse die Temperatur mild auf 19–21 °C absinken – eine Kaltbrumation nahe dem Gefrierpunkt, wie sie für europäische Arten üblich ist, ist für diesen warmen Sahel-Bewohner lebensgefährlich (für die Zucht genügt eine optionale Abkühlung auf ca. 21 °C).
- Biete dauerhaft mindestens ein feuchtes Versteck an (z. B. eine Box mit feuchtem Sphagnum-Moos) – die Tiere schlafen zur Häutung gerne darin und nehmen Feuchtigkeit über die Haut auf; ohne Feuchtversteck kommt es regelmäßig zu Häutungsproblemen an Zehen und Augenlidern.
- Richte ein Temperaturgefälle mit einem lokalen Wärmeplatz von 27–32 °C ein (Bodenwärme bzw. Heizmatte genügt) und miss direkt auf der Oberfläche mit einem Digitalthermometer; als nachtaktive Art benötigt sie keinen grellen Spot, ein schwaches UVB ist optional, aber förderlich.
- Füttere adulte Tiere 2–3× pro Woche mit Insekten (Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Schaben) und bestäube das Futter regelmäßig mit Calcium- und Vitamin-D3-Pulver; ein flaches Wasserbecken muss dauerhaft zur Verfügung stehen.
- Halte niemals zwei Männchen zusammen – die Art ist stark territorial; Männchen kämpfen um Revier und Weibchen, was zu Verletzungen und Todesfällen führen kann. Zulässig sind Einzelhaltung oder eine Gruppe aus einem Männchen mit mehreren Weibchen.
Wusstest du?
Interessante Fakten
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Der dicke Schwanz ist ein Fettspeicher, von dem das Tier bei Nahrungsmangel zehrt – ein praller Schwanz ist deshalb ein gutes Gesundheitszeichen.
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Das Geschlecht entscheidet die Bruttemperatur: Bei 24–28 °C schlüpfen überwiegend Weibchen, bei 31–32 °C überwiegend Männchen.
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Anders als die meisten Geckos besitzt er bewegliche Augenlider und kann blinzeln – er gehört zu den Lidgeckos (Eublepharidae).
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