Geyrs Dornschwanzagame
Uromastyx geyri
Geyrs Dornschwanzagame stammt aus der zentralen Sahara (Aïr- und Hoggar-Gebirge) und ist eine tagaktive, überwiegend pflanzenfressende Echse. Sie braucht extreme Wärme, starkes UVB und sehr trockene Luft — Haltungsfehler bei Wärme und Feuchte sind die häufigste Todesursache.
Herkunft: Zentrale Sahara — Nordost-Mali, Niger (Aïr-Gebirge) und Süd-Algerien; felsig-bergige Wüste
Rechtsstatus: CITES Anhang II — die gesamte Gattung Uromastyx ist in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens gelistet (Wilms et al. 2009, Bonner zoologische Beiträge 56) und entsprechend in Anhang B der VO (EG) Nr. 338/97. Damit besonders geschützt: Die Haltung ist bei der unteren Naturschutzbehörde meldepflichtig (Bundesartenschutzverordnung) und ein lückenloser Herkunftsnachweis ist erforderlich. Genauen Status, Meldeweg und Nachweispflichten vor dem Kauf bitte bei der zuständigen Behörde prüfen.
Haltungsdaten im Überblick
- Temperatur (Tag)
- 28–35°C
- Sonnenplatz
- 49–54°C
- Temperatur (Nacht)
- 18–22°C
- Luftfeuchtigkeit
- 20–30%
- Terrarium (Minimum)
- 120×60×60 cm
- Terrarientyp
- Wüste
- Aktivität
- tagaktiv
- Sozialverhalten
- Stark territorial. Einzelhaltung oder ein harmonierendes Paar; zwei Männchen niemals zusammen. Gruppen nur in sehr großen Anlagen mit mehreren Sonnen- und Rückzugsplätzen.
- Ernährung
- Überwiegend herbivor: ca. 90% frisches Blattgrün und Blüten (Endivie, Löwenzahn, Rucola, Kohlblätter), dazu kleine Mengen Hartgemüse und Trockenfutter/Samen. Adulte Tiere brauchen kaum tierisches Protein (Insekten allenfalls ca. 2× monatlich); kein Eisbergsalat, kein Spinat, Obst nur sehr selten.
Pflege & Haltung
Das solltest du wissen
- Der Sonnenplatz muss echte Wüstenwerte erreichen: 49–54°C Oberflächentemperatur auf einem Stein direkt unter dem Spot, bei 28–35°C Umgebungstemperatur und einer kühleren Zone am anderen Ende — zu wenig Wärme ist bei dieser Art der häufigste reale Killer, nicht zu viel.
- Starkes Wüsten-UVB ist Pflicht (z. B. T5-HO-Leuchtstoffröhre mit 12–14% UVB über einen Großteil der Beckenlänge, Abstand nach Herstellerangabe), Beleuchtungsdauer 12–14 Stunden täglich.
- Die Luftfeuchtigkeit muss dauerhaft niedrig bleiben (20–30%, gemessen bodennah auf der kühlen Seite); dauerhaft feuchte Luft macht die Tiere krank. Gleichzeitig 20–30 cm tiefen, grabfähigen Bodengrund anbieten, damit die Agame sich eine Höhle mit lokal höherer Feuchte anlegen kann.
- Erwachsene Tiere fast rein pflanzlich ernähren: rund 90% frisches Blattgrün und Blüten, tierisches Protein höchstens etwa zweimal im Monat. Den Großteil des Wasserbedarfs decken die Tiere über das Grünfutter — trotzdem einen kleinen, flachen Wassernapf anbieten und täglich frisch befüllen, ohne die Luftfeuchtigkeit steigen zu lassen.
- Eine Winterruhe ist bei dieser Art optional und darf niemals erzwungen werden — nur gesunde, gut genährte, parasitenfreie Tiere (in der Regel zur Zuchtvorbereitung) dürfen überhaupt heruntergekühlt werden. Untergewichtige, dehydrierte oder kranke Tiere durchgehend warm halten und tierärztlich abklären lassen.
Wusstest du?
Interessante Fakten
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Der Artname ehrt den Ornithologen H. Geyr von Schweppenburg, der die ersten Tiere dieser Art nach Europa brachte.
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Die gesamte Gattung Uromastyx steht im Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens; allein zwischen 1977 und 2005 wurden über 367.000 Tiere legal im Heimtierhandel gehandelt.
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Adulte Dornschwanzagamen decken ihren Wasserbedarf weitgehend über frisches Grünfutter — angebotenes Trinkwasser nehmen viele Tiere nur selten an.
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