Kalifornische Kettennatter
Lampropeltis getula californiae
Die Kalifornische Kettennatter ist eine robuste, bodenbewohnende Natter aus dem Südwesten der USA und gilt haltungstechnisch als anspruchslos. Rechtlich ist sie in der EU jedoch ein Sonderfall: Seit August 2022 steht sie auf der Unionsliste invasiver Arten, sodass Neuerwerb und Zucht verboten sind und nur nachweisliche Altbestände weitergepflegt werden dürfen.
Herkunft: Südwest-USA (Kalifornien, Oregon, Nevada, Utah, Arizona, SW-Colorado, NW-New Mexico) und NW-Mexiko
Rechtsstatus: Nicht in CITES gelistet — ABER seit 02.08.2022 auf der EU-Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten (Durchführungsverordnung (EU) 2022/1203 zur VO (EU) 1143/2014), einschließlich aller Unterarten wie californiae. EU-weit verboten sind Einfuhr, Handel, Erwerb, Haltung, Zucht und Transport (Art. 7). Bestandsschutz: Privathalter dürfen nachweislich vor der Listung erworbene Tiere bis zum natürlichen Tod weiterpflegen, sofern ausbruchssichere Haltung nachgewiesen wird und keine Vermehrung stattfindet; die gewerbliche Übergangsfrist endete am 01.08.2024. Neuanschaffung ist nicht zulässig — konkrete Nachweispflichten bitte bei der zuständigen Naturschutzbehörde prüfen.
Haltungsdaten im Überblick
- Temperatur (Tag)
- 25–30°C
- Sonnenplatz
- 30–32°C
- Temperatur (Nacht)
- 20–25°C
- Luftfeuchtigkeit
- 40–60%
- Terrarium (Minimum)
- 150×60×60 cm
- Terrarientyp
- Trockenterrarium (Grasland/Chaparral, terrestrisch)
- Aktivität
- dämmerungs- und nachtaktiv
- Sozialverhalten
- Strikte Einzelhaltung — ophiophag und kannibalistisch, frisst auch Artgenossen. Paarweise Vergesellschaftung nur kurzzeitig und unter Aufsicht zur Verpaarung (in der EU derzeit ohnehin durch das Zuchtverbot ausgeschlossen).
- Ernährung
- Karnivor: Frostmäuse und -ratten in passender Größe (Jungtiere alle 5–7 Tage, adulte Tiere alle 10–14 Tage). In der Natur frisst sie auch andere Schlangen, Echsen, Vögel und Eier.
- Lebenserwartung
- 15–20 Jahre
Pflege & Haltung
Das solltest du wissen
- Strikte Einzelhaltung ist Pflicht: Kettennattern sind ophiophag und fressen auch Artgenossen — setzen Sie niemals zwei Tiere zusammen, auch nicht vorübergehend, und füttern Sie ausschließlich einzeln.
- Rechtlich zwingend: Die Art steht seit dem 02.08.2022 auf der EU-Unionsliste invasiver Arten — nur nachweislich vor der Listung erworbene Tiere dürfen bis zum natürlichen Tod gehalten werden, und zwar ausbruchssicher und ohne jede Vermehrung; Neuerwerb, Zucht und Handel sind verboten.
- Temperaturgefälle statt Einheitswärme: tagsüber 25–30 °C mit lokalem Wärmeplatz von 30–32 °C, nachts Absenkung auf 20–25 °C (BMEL-Gutachten: Abkühlung um ca. 5 °C).
- Winterruhe einhalten: Das BMEL-Gutachten empfiehlt eine kühle Überwinterung bei 10–15 °C; vor dem Abkühlen mindestens 10–14 Tage nicht füttern und das Tier dabei warm halten, damit der Darm vollständig entleert ist — Futterreste faulen im kalten Darm und können tödliche Infektionen auslösen.
- Große, standfeste Wasserschale zum Baden anbieten und die Luftfeuchte bei 40–60 % halten; zur Häutung eine feuchte Versteckbox ergänzen sowie Versteckplätze und Kletteräste einrichten.
Wusstest du?
Interessante Fakten
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Der Name „Kettennatter“ (engl. kingsnake) kommt von ihrer Beute: Sie frisst andere Schlangen — auch Klapperschlangen, gegen deren Gift sie weitgehend unempfindlich ist.
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Bezogen auf die Körpergröße gilt sie als der stärkste Würger unter allen Schlangen.
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In menschlicher Obhut wurde ein Tier nachweislich 33,3 Jahre alt (Animal Diversity Web).
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