Kamerun-Segelchamäleon (Trioceros montium)
Reptil Experte

Kamerun-Segelchamäleon

Trioceros montium

Das Kamerun-Segelchamäleon lebt endemisch in den Bergnebelwäldern der Kameruner Vulkanlinie zwischen etwa 700 und 1.900 m Höhe. Es ist eine ausgesprochen kühl und feucht zu haltende Bergart, die dauerhafte tropische Wärme nicht verträgt und deshalb nur für erfahrene Halter geeignet ist.

Herkunft: Bergregenwälder entlang der Kameruner Vulkanlinie, 700–1.900 m

Haltungsdaten im Überblick

Temperatur (Tag)
18–24°C
Sonnenplatz
25–27°C
Temperatur (Nacht)
12–18°C
Luftfeuchtigkeit
70–90%
Terrarium (Minimum)
60×60×100 cm
Terrarientyp
Regenwald (Bergnebelwald), hohes, dicht bepflanztes Arboreal-Terrarium
Aktivität
tagaktiv
Sozialverhalten
Einzelhaltung (BMEL-Gutachten: 'einzeln'); sehr scheue Art, nur zur Verpaarung zeitweise zusammensetzen, Sichtschutz und ruhiger Standort nötig.
Ernährung
Insektenfresser: Heimchen, Grillen und Schaben als Basis, dazu Seidenraupen, Soldatenfliegenlarven und gelegentlich Wachsmaden; Futtertiere gutloaden, Supplementierung sehr sparsam (Empfindlichkeit gegenüber Vitamin-A-Überdosierung).
Lebenserwartung
4–7 Jahre

Pflege & Haltung

Das solltest du wissen

  1. Die Nachtabsenkung ist überlebenswichtig: tagsüber 18–24 °C bei einem kleinen Sonnenplatz von 25–27 °C, nachts 12–18 °C. Eine dauerhaft tropisch warme Haltung führt bei dieser submontanen Nebelwaldart zu chronischer Überwärmung und ist tödlich.
  2. Alle Wärmelampen werden nachts abgeschaltet; eine nächtliche Zusatzheizung ist nicht nötig und ausdrücklich unerwünscht, weil sie die notwendige Abkühlung verhindert (das Gutachten des BMEL nennt für viele Chamäleonarten eine Nachtabsenkung um 5–8 °C).
  3. Luftfeuchtigkeit von 70–90 % über mehrere Sprühgänge täglich halten (morgens ausgiebig, ein kurzer Sprühgang vor dem Ausschalten des Lichts für hohe Nachtwerte); das Terrarium muss zwischen den Sprühgängen abtrocknen können und braucht eine funktionierende Drainage, sonst drohen bakterielle Infektionen und Atemwegsprobleme.
  4. UVB über eine Leuchtstoffröhre (z. B. T5 mit 5–6 % UVB) bei 10–12 Stunden Beleuchtung anbieten; die Art ist sehr empfindlich gegenüber Übersupplementierung (Hypervitaminose A), daher Futtertiere sorgfältig gutloaden, Kalk 2–3× pro Woche geben und Vitaminpräparate mit D3 nur sparsam (Vitamin A bevorzugt als Beta-Carotin).
  5. Einzelhaltung in einem ruhigen, dicht bepflanzten Terrarium mit Sichtschutz; Tiere im Handel sind überwiegend CITES-Anhang-II-Wildfänge mit hoher Parasitenlast und Dehydratation — Quarantäne mit Kotuntersuchung beim reptilienkundigen Tierarzt sowie vollständige CITES-/Herkunftspapiere sind Pflicht.

Wusstest du?

Interessante Fakten

  • Nur die Männchen tragen die zwei nach vorn gerichteten Hörner und das hohe Rückensegel; Weibchen bleiben hornlos und mit rund 20 cm kleiner als die bis zu 25 cm langen Männchen.

  • Die Art kommt ausschließlich im kamerunischen Hochland (u. a. am Mount Cameroon) in Bergregenwäldern zwischen 700 und 1.900 m Höhe vor und wird von der IUCN als 'potenziell gefährdet' (Near Threatened) geführt.