Kenianische Sandboa
Eryx colubrinus
Die Kenianische Sandboa ist eine kleine, grabende Boa aus den Trockengebieten Ost- und Nordostafrikas, die den Großteil ihres Lebens eingegraben im Sand verbringt. Wegen ihrer geringen Größe und ruhigen Art gilt sie als einsteigergeeignet, braucht aber ein dauerhaft trocken-warmes Terrarium ohne Winterruhe.
Herkunft: Arides Ost- und Nordost-Afrika — Kenia, Tansania, Äthiopien, Somalia, Sudan, Ägypten, Niger; grabend im Sand
Rechtsstatus: CITES Anhang II (Boidae). Über Anhang B der EG-VO 338/97 gelten in Deutschland „alle Riesenschlangen“ als besonders geschützt (§ 7 Abs. 2 Nr. 13 BNatSchG): Es bestehen Nachweis-, Kennzeichnungs- und Meldepflicht — Bestandsmeldung bei der zuständigen (unteren) Naturschutzbehörde sowie Herkunftsnachweis beim Erwerb. Ausnahmen von der Meldepflicht regelt Anlage 5 zu § 7 Abs. 2 BArtSchV, die Nachweispflicht bleibt davon unberührt. Konkrete Melde-Details je Bundesland bitte prüfen.
Haltungsdaten im Überblick
- Temperatur (Tag)
- 28–32°C
- Sonnenplatz
- 32–35°C
- Temperatur (Nacht)
- 22–25°C
- Luftfeuchtigkeit
- 30–50%
- Terrarium (Minimum)
- 80×40×40 cm
- Terrarientyp
- Wüste (trockenes Halbwüsten-Terrarium mit tiefem Grabsubstrat)
- Aktivität
- nachtaktiv
- Sozialverhalten
- Einzelgängerisch; Einzelhaltung empfohlen. Eine Vergesellschaftung ist nur unter Beobachtung vertretbar — zwei Männchen setzen sich gegenseitig unter Stress.
- Ernährung
- Karnivor: Frostfutter (Mäuse, Babyratten). Beutetier ca. 10 % des Körpergewichts und etwa körperbreit; adulte Tiere alle 10–14 Tage, Jungtiere wöchentlich. In der Natur kleine Säuger, Echsen und Vögel, getötet durch Umschlingen.
- Lebenserwartung
- 20–30 Jahre
Pflege & Haltung
Das solltest du wissen
- Bieten Sie eine mindestens 10 cm tiefe, grabfähige Schicht aus Sand und Lehm an — die Art verbringt rund 80 % ihrer Zeit eingegraben und kommt ohne Grabsubstrat nicht zur Ruhe.
- Halten Sie das Terrarium trocken bei 30–50 % Luftfeuchte und bieten Sie nur zur Häutung eine feuchte Ecke oder Feuchtbox an; Dauernässe führt bei dieser Halbwüstenart zu Haut- und Atemwegsproblemen.
- Erwärmen Sie nur eine Bodenecke über einen Thermostat auf bis zu 35 °C und lassen Sie die Gegenseite deutlich kühler, damit das Tier im Sand selbst thermoregulieren kann.
- Keine Winterruhe: Die Art stammt aus dem tropisch-ariden Afrika und darf nicht kalt gestellt werden — die Nachttemperatur sollte nicht unter 22 °C fallen.
- Füttern Sie ausschließlich aufgetautes Frostfutter (Maus, Babyratte) von etwa 10 % des Körpergewichts — adulte Tiere alle 10–14 Tage, Jungtiere wöchentlich — und stellen Sie eine Wasserschale bereit.
Wusstest du?
Interessante Fakten
-
Sie verbringt rund 80 % ihrer Zeit eingegraben und lauert als Hinterhaltjäger mit nur den Augen über dem Sand auf Beute.
-
Sandboas sind lebendgebärend (ovovivipar): 10–20 Jungtiere von 20–25 cm Länge kommen fertig entwickelt zur Welt.
-
Weibchen erreichen selten mehr als 91 cm, Männchen bleiben deutlich kleiner.
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