Kronengecko
Correlophus ciliatus
Der Kronengecko aus Neukaledonien ist ein dämmerungsaktiver, baumbewohnender Gecko mit wimpernartigen Schuppenkämmen über den Augen. Er gilt als robuster Einstiegsgecko — vorausgesetzt, es wird ihm nie zu warm.
Herkunft: Neukaledonien (Südpazifik) — Süden der Hauptinsel Grande Terre und Île des Pins; feuchte Wälder, baumbewohnend in Sträuchern und Unterwuchs. Galt lange als ausgestorben und wurde erst in den 1990er-Jahren auf der Île des Pins wiederentdeckt.
Rechtsstatus: EG-VO Anhang D (als Rhacodactylus ciliatus) — Einfuhr-Überwachung, kein BNatSchG-Schutz.
Haltungsdaten im Überblick
- Temperatur (Tag)
- 22–26 °C Umgebungstemperatur; niemals dauerhaft über 28 °C
- Temperatur (Nacht)
- 18–22 °C (Nachtabsenkung; im Winter bis 18 °C)
- Luftfeuchtigkeit
- tagsüber 60–80 %, abends/nachts kurzzeitig über 80 %; zwischendurch abtrocknen lassen
- Terrarium (Minimum)
- Einzeltier mind. 50 x 50 x 80 cm (L x T x H); Gruppe 1,2 mind. 60 x 60 x 100 cm
- Terrarientyp
- Feucht-tropisches Hochterrarium (arboreal) — Höhe ist wichtiger als Grundfläche. Dichte Bepflanzung, Korkröhren und viele Kletteräste als Versteck- und Ruheplätze.
- Aktivität
- dämmerungs- und nachtaktiv
- Sozialverhalten
- Einzel- oder Gruppenhaltung möglich, aber nur ein Männchen pro Terrarium (tödliche Revierkämpfe). Reine Weibchengruppen sind machbar, brauchen aber ausreichend Rückzugsorte. Von dauerhafter 1,1-Haltung wird wegen Dauerstress für das Weibchen abgeraten. Keine Vergesellschaftung mit anderen Arten.
- Ernährung
- Allesfresser mit Schwerpunkt auf Früchten und Nektar: hochwertiges Kronengecko-Fertigfutter (Fruchtbrei) als Basis, dazu 1–2× wöchentlich passende Futterinsekten (Heimchen, Grillen, kleine Heuschrecken), stets mit Calcium/Vitaminen bestäubt. Adulte Tiere jeden zweiten Tag, Jungtiere täglich. Nicht gefressene Insekten am selben Abend wieder absammeln.
- Lebenserwartung
- in der Regel 15–20 Jahre
Pflege & Haltung
Das solltest du wissen
- Halte die Temperatur dauerhaft unter 28 °C — ab etwa 29 °C droht innerhalb weniger Stunden ein tödlicher Hitzschlag. Stelle das Terrarium NIEMALS in direkte Sonne: hinter Glas heizt es sich durch den Treibhauseffekt in Minuten tödlich auf. Hänge ein Thermometer mit Maximum-Anzeige dauerhaft ins Becken und kontrolliere es täglich. Bereite dich aktiv auf Hitzewellen vor: kühlster Raum der Wohnung, Fenster tagsüber verschatten, nachts querlüften, Ventilator vor das Becken stellen, notfalls Kühlakkus (in ein Handtuch gewickelt, von außen). Einen Wärmestrahler brauchst du nicht; falls du Licht einsetzt, montiere die Lampe außerhalb des Terrariums oder hinter einem Schutzkorb — schlafende Tiere verbrennen sich sonst.
- Biete jedem adulten Weibchen dauerhaft eine feuchte Legebox an — auch wenn du kein Männchen hältst. Einzeln gehaltene Weibchen legen unbefruchtete Eier, und nach einer Paarung können sie Spermien monatelang speichern. Nimm ein verschließbares Gefäß mit ausreichend tiefem, leicht feuchtem Substrat (Sphagnum-Moos oder Kokoshumus; Empfehlungen reichen von 10 bis 20 cm Tiefe) und einer Einschlupföffnung. Stelle zusätzlich reines Calcium ohne D3 in einer offenen Schale zur freien Aufnahme bereit. Fehlt der Legeplatz oder sind die Calciumreserven leer, behält das Weibchen die Eier zurück (Legenot) und stirbt ohne tierärztliche Hilfe. Alarmzeichen: aufgetriebener, harter Bauch, Fressunlust, Apathie, tagelanges erfolgloses Graben — sofort zum reptilienkundigen Tierarzt.
- Halte niemals zwei oder mehr Männchen zusammen — sie führen schwere, oft tödliche Revierkämpfe. Setze ein zweites Männchen nach der Geschlechtsbestimmung sofort separat. Verzichte auch auf die dauerhafte Paarhaltung 1,1: das Weibchen steht unter Dauerstress. Reine Weibchengruppen sind möglich, brauchen aber viele Rückzugsorte. Vergesellschafte den Kronengecko nicht mit anderen Arten.
- Bestäube alle Futterinsekten mit einem hochwertigen Calcium-/Vitaminpräparat und/oder füttere ein vollwertiges Kronengecko-Fertigfutter als Basis. Ohne konsequente Calcium- und D3-Versorgung entsteht die Metabolische Knochenerkrankung (MBD): verformte Kiefer und Gliedmaßen, Knickschwanz, am Ende tödlich. Eine schwache UVB-Beleuchtung wird von Reptilientierärzten empfohlen, ersetzt die Calciumgabe aber nicht.
- Verwende keinen verschluckbaren Bodengrund wie Calcisand, Walnussschalen, Kies oder Maisgranulat — die Tiere nehmen ihn beim Fressen auf, es droht ein tödlicher Darmverschluss. Nimm stattdessen Kokoshumus/Walderde-Gemisch, Moos oder Küchenpapier. Sprühe so, dass das Terrarium zwischen den Sprühgängen wieder abtrocknet: Dauernässe bei schlechter Belüftung führt zu Schimmel und Atemwegsinfektionen.
- Sammle nicht gefressene Futterinsekten noch am selben Abend wieder ein. Heimchen und Grillen benagen den schlafenden Gecko und verursachen Wunden, die sich infizieren.
- Greife den Gecko niemals am Schwanz und dränge ihn nicht in die Enge. Er wirft den Schwanz bei Stress ab (Autotomie) — und anders als beim Leopardgecko wächst er NICHT wieder nach. Der Verlust ist nicht lebensbedrohlich, aber endgültig.
Wusstest du?
Interessante Fakten
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Der Kronengecko galt fast 130 Jahre lang als ausgestorben — erst in den 1990er-Jahren wurde er auf der Île des Pins wiederentdeckt. Heute ist er einer der weltweit am häufigsten gehaltenen und nachgezüchteten Geckos.
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Wie alle Geckos besitzt er keine Augenlider: Er befeuchtet und putzt seine Augen mit der Zunge.
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Anders als die meisten Geckos ist er kein reiner Insektenfresser, sondern Allesfresser mit starkem Hang zu Früchten und Nektar — Fruchtbrei nimmt er oft sogar direkt vom Finger.
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