Maurische Landschildkröte
Testudo graeca
Die Maurische Landschildkröte besiedelt ein riesiges Gebiet über drei Kontinente, weshalb sich die Unterarten in Klima- und Überwinterungsansprüchen stark unterscheiden. Die hier beschriebene nordafrikanische Nominatform (T. g. graeca) gilt als ausgesprochen kälte-, nässe- und stressempfindlich und gehört nur in erfahrene Hände.
Herkunft: North Africa (Morocco–Libya), S Spain, the Balkans, Anatolia and the Middle East — subspecies differ strongly in climate and brumation needs
Rechtsstatus: CITES Anhang II und zusätzlich EU-Verordnung 338/97 Anhang A; IUCN: Vulnerable. In Deutschland bedeutet das: Meldepflicht bei der zuständigen Naturschutzbehörde, Kennzeichnungspflicht (Transponder bzw. Fotodokumentation) und Vermarktung nur mit gelber EG-Bescheinigung (Art. 10). Konkrete Nachweise vor Kauf/Abgabe bitte bei der zuständigen Behörde prüfen.
Haltungsdaten im Überblick
- Temperatur (Tag)
- 25–32°C
- Sonnenplatz
- 45°C
- Temperatur (Nacht)
- 16–18°C
- Luftfeuchtigkeit
- 35–55%
- Terrarium (Minimum)
- 176×88 cm (8 × Panzerlänge, Breite = halbe Länge)
- Terrarientyp
- Trockene Busch- und Steppenlandschaft; Freigehege mit beheizbarem Schutzhaus/Frühbeet
- Aktivität
- tagaktiv
- Sozialverhalten
- Gruppenhaltung ist der Einzelhaltung vorzuziehen, doch Männchen bedrängen Weibchen dauerhaft: Geschlechter trennen oder mindestens ein Männchen auf drei Weibchen halten; niemals mit anderen Schildkrötenarten vergesellschaften.
- Ernährung
- Rein pflanzlich und proteinarm: Wiesenkräuter wie Löwenzahn, Wegerich, Klee, Malve und Distel; kein Obst, keine tierische Kost.
- Lebenserwartung
- über 100 Jahre (ältestes bekanntes Tier ca. 160 Jahre)
Pflege & Haltung
Das solltest du wissen
- Winterruhe ist bei dieser Art vollständig unterart- und herkunftsabhängig: Die nordafrikanische Nominatform T. g. graeca darf KEINE lange, tiefe Hibernation halten — der Reptiliendoktor sieht für afrikanische Formen nur eine Ruhezeit bei 15–18 °C vor, die Tortoise Protection Group allenfalls eine kurze Winterruhe für gesunde, gut genährte Adulttiere; kranke, untergewichtige oder kleine Tiere niemals herunterkühlen.
- Klären Sie vor jeder Kühlung Unterart und Herkunft des Tieres ab: Das BMEL-Gutachten führt die europäisch-vorderasiatischen Formen (Überwinterung „ja", Gruppe G) und die afrikanischen Formen (Überwinterung nur „eventuell", Gruppe H) getrennt — eine pauschale Winterruhe-Empfehlung für „Testudo graeca" ist lebensgefährlich.
- Richten Sie ein Wärme- und UV-Gefälle ein: punktuell 45 °C am Sonnenplatz (BMEL-Gutachten, Reptiliendoktor), 25–32 °C in der Warmzone, nachts 16–18 °C, dazu eine UVB-Quelle; UVB-Leuchtstoffröhren laut Tortoise Protection Group nach 6 Monaten tauschen (10.0-Röhren nach 10–12 Monaten), auch wenn sie noch leuchten.
- Freilandhaltung ist bei der nordafrikanischen Form nur in den Sommermonaten vertretbar und ausschließlich mit Sonnenplätzen, schattenspendenden Pflanzen und einem beheizbaren Schutzhaus (BMEL-Gruppe H); die Tiere reagieren empfindlich auf Kälte, Nässe und Stress.
- Füttern Sie ausschließlich rohfaserreiche, proteinarme Wiesenkräuter (Löwenzahn, Wegerich, Klee, Malve, Gänsedistel) mit Kalziumzugabe, verzichten Sie vollständig auf Obst, halten Sie die Luftfeuchte bei 35–55 % und baden Sie das Tier regelmäßig in flachem, warmem Wasser; eine flache, kippsichere Wasserschale und ein feuchtes Erdversteck gehören dazu.
Wusstest du?
Interessante Fakten
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Maurische Landschildkröten können Menschen überleben: Belegt sind Lebensspannen von über 100 Jahren, das älteste bekannte Tier soll rund 160 Jahre alt geworden sein.
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Ob sich der Artname „graeca" auf das griechische Verbreitungsgebiet oder auf die an griechische Buchstaben erinnernde Panzerzeichnung bezieht, ist bis heute umstritten — der Holotyp stammt von Santa Cruz in „West Barbary" nahe Oran in Algerien.
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Je nach Autor werden elf (Reptile Database) bis zwölf (Wikipedia) Unterarten anerkannt, deren Verbreitungsgebiet sich von Südspanien über Nordafrika bis in den Nahen Osten über drei Kontinente erstreckt.
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