Steppenwaran
Varanus exanthematicus
Der Steppenwaran ist eine tagaktive, bodenbewohnende Echse aus der Savanne und dem Sahel südlich der Sahara und wird selten über 100 cm lang. Er wird häufig als Einsteigertier verkauft, benötigt aber ein sehr großes, ganzjährig warmes Gehege mit tiefem Grabsubstrat – eine Kälteruhe ist für ihn gefährlich.
Herkunft: Subsahara-Savanne/Sahel — Senegal & Mauretanien ostwärts bis Sudan/Äthiopien, südlich bis Nord-Südafrika; kein Regenwald, keine echte Wüste
Rechtsstatus: CITES-Anhang II / EU-Anhang B (VO (EG) 338/97) – damit in Deutschland besonders geschützt: Die Haltung ist unverzüglich bei der nach Landesrecht zuständigen (unteren) Naturschutzbehörde anzuzeigen (§ 7 Abs. 2 BArtSchV), und für Erwerb/Vermarktung ist ein Herkunftsnachweis erforderlich. Zusätzliche landesrechtliche Vorgaben bitte prüfen.
Haltungsdaten im Überblick
- Temperatur (Tag)
- 25–32°C
- Sonnenplatz
- 50–60°C
- Temperatur (Nacht)
- 22–26°C
- Luftfeuchtigkeit
- 50–70%
- Terrarium (Minimum)
- 240×120×120 cm
- Terrarientyp
- Grasland (trocken-warme Savanne/Sahel, grabfähiger Boden)
- Aktivität
- tagaktiv
- Sozialverhalten
- Einzelgänger; Männchen sind ausgeprägt territorial und kämpfen miteinander – Einzelhaltung ist die Regel, Paarhaltung nur in sehr großen Anlagen
- Ernährung
- Karnivor mit Schwerpunkt auf Wirbellosen: Schnecken, Tausendfüßer, Heuschrecken, Käfer, Schaben und Grillen; kleine Wirbeltiere (Mäuse, Küken) und Eier nur selten als Ausnahme, um Verfettung zu vermeiden
- Lebenserwartung
- 10–15 Jahre
Pflege & Haltung
Das solltest du wissen
- Niemals kühl überwintern: Der Steppenwaran ist eine tropisch-subtropische Savannenart und muss ganzjährig warm gehalten werden – seine natürliche Ruhephase ist eine hitze- und trockenheitsbedingte Sommerruhe (Ästivation) in Erdhöhlen, keine temperaturgesteuerte Winterruhe; Nachttemperaturen von 22–26°C nicht unterschreiten.
- Sonnenplatz mit 50–60°C Oberflächentemperatur über einer massiven Stein- oder Ziegelplatte einrichten (mit Infrarot-Thermometer messen) und dazu eine starke UVB-Röhre (10–12 % T5) über mindestens zwei Dritteln der Gehegelänge, 10–12 Stunden täglich, betreiben.
- Mindestens 30–60 cm tiefes, grabfähiges und leicht feuchtes Substrat anbieten, damit die Tiere stabile Höhlen graben können; im Höhlenbereich darf die Feuchtigkeit deutlich über der Raumluftfeuchte liegen, dazu gehört ein jederzeit zugängliches Wasserbecken.
- Überwiegend wirbellose Beutetiere füttern (Schaben, Grillen, Heuschrecken, Schnecken); Mäuse, Küken oder Eier nur selten reichen und adulte Tiere nur 2–3 Mal pro Woche füttern – Verfettung und Fettleber sind die häufigste Ursache für die hohe Sterblichkeit in Gefangenschaft.
- Grundsätzlich einzeln halten: Männchen sind stark territorial, und ein ausgewachsenes Tier braucht bereits mindestens 240×120×120 cm – Paar- oder Gruppenhaltung nur in sehr großen Anlagen ab etwa 300×200×200 cm.
Wusstest du?
Interessante Fakten
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Adulte Steppenwarane haben stumpfe, abgerundete Zähne, mit denen sie Schneckenhäuser knacken – im Freiland fressen sie vor allem Wirbellose wie Schnecken, Tausendfüßer, Skorpione und Käfer.
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Sie leben nach einem "Feast-and-Fast"-Prinzip: In der Regenzeit, wenn Futter reichlich vorhanden ist, können sie bis zu einem Zehntel ihres Körpergewichts an einem einzigen Tag fressen und zehren in der Trockenzeit von den angelegten Fettreserven.
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Er ist die mit Abstand häufigste Waranart im Heimtierhandel – auf ihn entfallen fast 48 % des gesamten internationalen Handels mit lebenden Waranen –, doch Nachzuchten gelingen nur sehr selten und die Sterblichkeit ist hoch. Umso wichtiger ist ein sauberer Herkunftsnachweis.
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