Vierhornchamäleon (Trioceros quadricornis)
Reptil Experte

Vierhornchamäleon

Trioceros quadricornis

Das Vierhornchamäleon lebt in den kühlen Bergnebelwäldern West-Kameruns und Südost-Nigerias in 1.150–2.400 m Höhe und ist eine strikt kühl zu haltende Hochlandart. Dauerhafte Wärme über etwa 27 °C ist tödlich, weshalb die Art ausschließlich für erfahrene Spezialisten geeignet ist.

Herkunft: Bergregenwälder West-Kameruns und SO-Nigerias, 1.150–2.400 m

Haltungsdaten im Überblick

Temperatur (Tag)
13–24°C
Luftfeuchtigkeit
über 60%
Terrarium (Minimum)
60×60×90 cm
Terrarientyp
Regenwald (kühler Bergnebelwald)
Aktivität
tagaktiv
Sozialverhalten
Strikter Einzelgänger – Einzelhaltung; unverträglich gegenüber Artgenossen, besonders unter Männchen
Ernährung
Insektenfresser: in der Natur fast ausschließlich Arthropoden; im Terrarium u. a. Fliegen, Schnecken, Grillen und Mehlwürmer, ca. zweimal pro Woche fünf bis sechs Futtertiere, stets mit Vitamin-Mineralstoff-Gemisch bestäubt
Lebenserwartung
3–7 Jahre

Pflege & Haltung

Das solltest du wissen

  1. Strikt kühl halten: Tagestemperatur 13–24 °C (55–75 °F); steigt die Terrarientemperatur über 27 °C, wird es für diese Bergwaldart lebensgefährlich – kein warmer Sonnenplatz wie bei Wüstenarten, sondern ein kühler Standort (z. B. Kellerraum) oder aktive Kühlung im Sommer.
  2. Nachtabsenkung ist Pflicht: Die Art braucht kühle Nächte; das BMEL-Gutachten fordert für viele Chamäleonarten eine starke Absenkung um 5–8 °C gegenüber der Tagestemperatur – die genauen Nachtwerte vor Anschaffung mit aktueller Fachliteratur abgleichen.
  3. Luftfeuchtigkeit über 60 % (BMEL-Gutachten) bei gleichzeitig sehr guter Belüftung: täglich einmal überbrausen bzw. vernebeln, denn stehende Feuchtluft führt bei Hochlandchamäleons rasch zu Atemwegs- und Augenproblemen; Dehydrierung ist das zentrale Haltungsrisiko.
  4. Nur Einzelhaltung: Vierhornchamäleons sind unverträglich (besonders Männchen); Seitenwände blickdicht gestalten, damit kein Sichtkontakt zu Artgenossen im Nachbarterrarium besteht.
  5. Sparsam und mineralisiert füttern: etwa zweimal pro Woche fünf bis sechs Futterinsekten, jedes Mal mit einem Vitamin-Mineralstoff-Gemisch bestäubt; oben im Terrarium eine UVB-Leuchtstoffröhre für Reptilien installieren.

Wusstest du?

Interessante Fakten

  • Namengebend sind die Hörner der Tiere – bei Weibchen sind höchstens ein bis zwei kleine Schnauzenhörner ausgebildet.

  • Die Art kommt weltweit nur im Bergland Kameruns und auf dem Obudu-Plateau in Nigeria vor und gilt der IUCN wegen ihres kleinen, zerstückelten Verbreitungsgebiets als gefährdet (Vulnerable).

  • Mit 25–36 cm Gesamtlänge ist es ein mittelgroßes, eierlegendes Chamäleon; drei Unterarten sind beschrieben.