Vietnamesischer Moosfrosch (Theloderma corticale)
Amphibie Fortgeschritten

Vietnamesischer Moosfrosch

Theloderma corticale

Der Vietnamesische Moosfrosch ist ein semiaquatischer Frosch aus den kühlen Berg- und Kalksteinwäldern Nordvietnams, dessen moosartige Hautstruktur ihn auf feuchtem Fels nahezu unsichtbar macht. Gehalten wird er in einem kühlen Aquaterrarium: Wärme ist für diese Art kein Komfort, sondern das größte Haltungsrisiko.

Herkunft: Nord-Vietnam, Süd-China, Nord-Laos; feuchte Berg-/Kalksteinwälder ~600–1.000 m

Haltungsdaten im Überblick

Temperatur (Tag)
18–22°C
Temperatur (Nacht)
15–18°C
Luftfeuchtigkeit
70–90%
Terrarium (Minimum)
60×45×60 cm
Terrarientyp
Aquaterrarium
Aktivität
nachtaktiv
Sozialverhalten
Verträglich mit Artgenossen — die Haltung in kleinen Gruppen von 2–4 Tieren wird empfohlen; eine Vergesellschaftung mit anderen Arten ist wegen des scheuen und territorialen Verhaltens nicht ratsam.
Ernährung
Lebendinsekten: Grillen, Heimchen, Heuschrecken und Schaben, gelegentlich Regenwürmer; adulte Tiere zwei- bis dreimal pro Woche abends, Futtertiere mit Kalzium und Vitaminen bestäubt.
Lebenserwartung
12–15 Jahre

Pflege & Haltung

Das solltest du wissen

  1. Überhitzung ist die häufigste Todesursache dieser Art: Temperaturen über 24 °C sind zu vermeiden, ab etwa 25 °C besteht akute Gefahr und ab rund 27 °C wirkt Hitze rasch tödlich — das Becken gehört in den kühlsten Raum der Wohnung, ohne Wärmelampe und im Sommer nötigenfalls mit Lüfter, Klimagerät oder Kühlaggregat aktiv gekühlt.
  2. Diese Art benötigt KEINE echte Winterruhe oder Kältestarre: Eine leichte Absenkung auf etwa 18 °C über rund zwei Monate ist ausschließlich ein optionaler Zuchtauslöser und keine Überlebensnotwendigkeit.
  3. Der Moosfrosch ist semiaquatisch und braucht einen großen, sauberen Wasserteil von mindestens 7–10 cm Tiefe mit Filterung und ausschließlich chlorfreiem Wasser; etwa monatlich wird rund die Hälfte des Wassers gewechselt, dazu im Abstand von einigen Wochen bis Monaten ein umfangreicher Wasserwechsel.
  4. Adulte Tiere werden zwei- bis dreimal wöchentlich abends mit Grillen, Heimchen oder Schaben gefüttert, wobei die Futtertiere mit Kalzium- und Vitaminpulver bestäubt werden.
  5. Die Haltung erfolgt in kleinen Gruppen von 2–4 Artgenossen, jedoch ohne Vergesellschaftung mit anderen Arten; das Mindestmaß von 60×45×60 cm gilt für ein Paar, für jedes weitere Tier ist entsprechend mehr Fläche einzuplanen.

Wusstest du?

Interessante Fakten

  • Die Moos-Tarnung ist so wirksam, dass die Tiere auf feuchtem Fels kaum zu entdecken sind; bei Gefahr rollen sie sich zur Kugel zusammen und stellen sich tot.

  • Trotz des Rufs als "Regenwaldfrosch" lebt die Art in kühlen Berg- und Kalksteinwäldern zwischen etwa 470 und 1.500 m Höhe — sie ist ein Kühle-, kein Hitzespezialist.

  • In menschlicher Obhut werden Moosfrösche sehr alt: Zootiere von über 15 Jahren sind belegt, einzelne Berichte reichen bis etwa 20 Jahre.